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Die Höhe der eintägigen Einlagen bei der EZB ist ein Indiz dafür, in wie weit sich die Finanzinstitute über den Weg trauen. Denn normalerweise geben sich die Banken untereinander Kredite, anstatt die Gelder mit Zinsverlust bei der EZB zu deponieren. Allerdings ist der Zinsverlust bei den aktuell niedrigen Refinanzierungskosten kurzfristig verschmerzbar.

Die Banken geben ihr Geld zudem praktisch dem Absender zurück – Ende 2011 hatte die EZB über einen Dreijahreskredit fast 500 Milliarden Euro an die Banken der Eurozone ausgeschüttet. Generell bieten solche Mittel den Kreditinstituten ein gewisses Sicherheitspolster, sie beruhigen den Finanzmarkt und führen dazu, dass die Banken diese Gelder wieder zur gegenseitigen Kreditvergabe verwenden – allein schon aus dem Gewinnstreben der Institute heraus. Die Tatsache, dass die Institute die EZB-Gelder wieder bei der EZB lagern, zeigt nicht nur gegenseitiges Misstrauen, sondern auch, dass die Banken nicht gerade unter akuter Liquiditätsnot leiden.

Die EZB ist nun gefordert, auch darauf zu achten, dass die Banken die momentan gelagerten Gelder später nicht zur übermäßigen Kreditvergabe nutzen, was wiederum zu spekulativen Blasen führen könnte.

EZB: Geldpolitik braucht klare Grenzen
IW-Nachricht, 15. August 2017

Markus Demary EZB: Geldpolitik braucht klare GrenzenArrow

Zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht heute Zweifel an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geäußert und den Europäischen Gerichtshof erneut um Prüfung gebeten. Diesmal geht es um das Public Sector Purchase Program (PSPP), in dessen Rahmen die EZB bereits Anleihen im Wert von 1,6 Billionen Euro erworben hat. Die Grenzen der Wertpapierkäufe müssen dringend konkretisiert werden. mehr

EU-Reform: Europa, pack es an!
Gastbeitrag, 8. August 2017

Agnès Bénassy-Quéré, Michael Hüther, Philippe Martin und Guntram Wolff auf Spiegel Online und in Le Monde EU-Reform: Europa, pack es an!Arrow

Die Europäische Union hat jetzt die Chance, sich zu erneuern - wenn sie die richtigen Weichen stellt. Was muss jetzt getan werden? Drei gemeinsame Vorschläge von vier europäischen Wirtschaftsexperten auf Spiegel Online und in der französischen Tageszeitung Le Monde (die französische Version steht unter dem deutschen Beitrag). mehr

3. August 2017

Jürgen Matthes Arbeitsmärkte in Krisenländern lassen hoffenArrow

Mit Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien und Zypern steckten gleich sechs der 19 Euroländer jahrelang in einer tiefen Krise. Die ist zwar längst nicht ausgestanden, aber zumindest die Entwicklung auf den Arbeitsmärkten lässt hoffen – nur ein Land scheint nicht recht voranzukommen. mehr auf iwd.de