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Europäische Zentralbank Quelle: Fotolia

Die jüngste Emission spanischer und italienischer Staatsanleihen war ein voller Erfolg: Beide Länder konnten sich deutlich günstiger refinanzieren als im vergangenen Jahr. Die Investoren gewinnen demnach wieder Vertrauen, was den Teufelskreis aus Bankenkrise, Staatsschuldenkrise und Rezession in den Südländern durchbrechen könnte.

Für die Europäische Zentralbank wäre es jedoch verfrüht, die krisenbedingten Sondermaßnamen zu beenden und zu einer einheitlichen Geldpolitik zurückzukehren. Dafür sind die Reformen der Bankensektoren und der Abbau der Verschuldung in den Krisenländern noch nicht weit genug vorangeschritten. Die Banken Griechenlands, Irlands, Italiens, Spaniens und Portugals hängen schließlich immer noch am Tropf der Notenbanken: Sie fragten im vergangenen Jahr 70 Prozent der Refinanzierungskredite des Eurosystems nach.

Entsprechend steht die Europäische Zentralbank nun am Scheideweg. Zwei Zukunftsszenarien sind denkbar: Im positiven Szenario bleibt das Vertrauen in die Südländer bestehen und sie gehen ihre Reformen konsequent an. Die EZB kann dann aus ihrem Krisenmodus aussteigen. Im negativen Szenario ruhen sich die Krisenländer hingegen auf ihren Lorbeeren aus und der Reformwille geht merklich zurück.

Dann würde das Anlegervertrauen sinken und die Investoren würden den Krisenländern wieder höhere Zinsen für ihre Kredite abverlangen. Die EZB müsste in diesem Fall wohl tatsächlich Staatsanleihen aufkaufen – womöglich sogar, ohne die mit dem Aufkaufprogramm eigentlich verbundenen Reformen einfordern zu können. Dann wäre der Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB keine Maßnahme mehr zur Stabilisierung des Interbankenmarktes, sondern schon gefährlich nah an der Staatsfinanzierung. Die Überforderung der Geldpolitik mit der Subventionierung von Staaten muss jedoch in jedem Fall verhindert werden.

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IW-Report, 21. Juli 2017

Markus Demary IW Financial Expert Survey – 3. Quartal 2017Arrow

Die Prognostiker von Banken und Versicherungen rechnen mit höheren Zinsen, steigenden Aktienkursen, einer Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und steigenden Ölpreisen. Das zeigt der IW Financial Expert Survey für das 3. Quartal 2017. mehr

Future of the European Monetary Union – how to deepen the Eurozone?
Veranstaltung, 28. Juni 2017

Working Breakfast Future of the European Monetary UnionArrow

The Cologne Institute for Economic Research (IW Köln) and the Association of German Banks (BdB) have successfully launched a series of events on the topic of the European Financial Markets. mehr

An Evaluation of  Sovereign-backed Securities (SBSs)
IW policy paper, 28. Juni 2017

Markus Demary / Jürgen Matthes An Evaluation of Sovereign-backed Securities (SBSs)Arrow

The EU Commission proposes establishing Sovereign-Backed Securities (SBSs) as a class of safe assets for the euro area. SBSs are generated by an issuing agency that would purchase a large diversified portfolio of national sovereign bonds, and finance the purchases by issuing (at least) two types of structured bonds: a risk-free senior SBSs tranche and a risky junior SBSs tranche. mehr