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Ein kurzer Blick zurück: Die Finanzkrise war deshalb so schlimm, weil Investoren unvorsichtig Kredite vergaben und dabei stillschweigend – und größtenteils auch zu Recht – darauf hofften, dass denen, die ihre Schulden nicht aus eigener Kraft bedienen können, von Dritten geholfen wird. Auch aus diesem Grund haben internationale Investoren Griechenland lange zu sehr niedrigen Zinsen Kredite gegeben. Die Investoren spekulierten auf die europäische Solidarität und ignorierten die sogenannte No-Bail-Out-Klausel, ohne die Deutschland den Maastricht-Vertrag kaum akzeptiert hätte. Jene verbietet eigentlich die Kollektivierung von Schulden. Jetzt Euroanleihen – außerhalb des Europäischen Stabilitätsfonds – auszugeben hieße, diese Fehlentwicklung zum Prinzip zu erheben.

Die Bundesregierung verweist zu Recht darauf, dass Länder mit einer souveränen Wirtschaftspolitik auch souverän genug sein müssen, ihre Schulden selbst zu verantworten. Die Deutschen haben die D-Mark nur gegen den Euro getauscht, weil sie davon ausgingen, dass sie nicht für andere, die dasselbe Zahlungsmittel nutzen, geradestehen müssen. Mit einer Euroanleihe würde dieses Prinzip auf den Kopf gestellt.

Gutachten
Gutachten, 18. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Ein Tilgungsplan für Deutschlands Staatsschulden zur Begrenzung der ZinslastArrow

Der Tilgungsplan kann dafür sorgen, drohende Haushaltsbelastungen einer Zinswende zu kompensieren. Bei einem moderaten Anstieg des auf die Staatsschulden fälligen Durchschnittszinses um 1 Prozentpunkt über zehn Jahre müsste der Staat anfangs 22,5 Milliarden Euro pro Jahr tilgen, um die Zinsausgabenquote, also das Verhältnis von Zinsausgaben zur Wirtschaftskraft, konstant zu halten. mehr

Der Handel ist nur ein Aspekt
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Michael Hüther im Creditreform Magazin Der Handel ist nur ein AspektArrow

Sollte die EU in den Brexit-Verhandlungen eine eher harte Linie verfolgen oder dem austretenden Mitglied weiterhin komfortable Bedingungen einräumen, etwa den Zugang zum Binnenmarkt ohne Freizügigkeit? Manche Ökonomen plädieren für Letzteres, da gerade Deutschland vom Handel mit den Briten profitiert. Doch beim Brexit geht es um viel mehr als einen großen Exportmarkt. mehr

Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kann
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kannArrow

Emmanuel Macron hat die Chance, mit Reformen für Wachstum in Frankreich zu sorgen und der EU neuen Schwung zu verleihen. Ein Gastbeitrag der IW-Ökonomen Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt. mehr