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Windenergie ist witterungsabhängig – das kann zu Schwankungen in der Stromversorgung führen. Foto: Jimiknightley/iStock

Die beiden Netzbetreiber Tennet und 50 Hertz haben eigenen Angaben zufolge 2015 insgesamt über eine Milliarde Euro ausgegeben, für das Hoch- und Herunterfahren von Kraftwerken, für den Abruf der Netzreserve und für das Notabschalten von Windkraftanlagen.

Mit einem wachsenden Anteil von witterungsabhängigen Stromerzeugungsquellen wird es immer wichtiger, dass Netzbetreiber flexibel reagieren können, wenn zu viel oder zu wenig Strom vorhanden ist. Dazu muss es beispielsweise möglich sein, bei Bedarf möglichst viele Stromverbraucher abschalten zu können. Das ist zum einen eine technische Herausforderung. Zum anderen ist es eine Frage der Ausgestaltung des Strommarktes. Wer als Letzter abgeschaltet werden will, muss dafür den höchsten Preis zahlen. Kunden, denen eine dauerhafte Versorgung weniger wichtig ist, können dafür sparen.

Unerlässlich ist auch der Netzausbau, denn nur so lässt sich die Wende hin zu mehr erneuerbaren Energien im Strommarkt bewerkstelligen. Die größten Verbraucher sitzen bislang im Süden und Westen, erzeugt wird Strom aus Windkraft vor allem im Norden. Die notwendigen Stromtrassen werden zusätzliche Kosten für die Stromkunden verursachen.

Bis auf Weiteres sind regelbare Kraftwerke deshalb entscheidend für eine sichere Stromversorgung in Deutschland. Dazu gehören Gas- und Kohlekraftwerke, deren Stromerzeugung verlässlich verfügbar ist. Aufgabe der Politik ist es, einen planungssicheren Rahmen zu schaffen.

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