Erwerbspause wirft Frauen zurück Image
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Mit dem Equal Pay Day wird regelmäßig auf den so genannten Gender Pay Gap hingewiesen, d.h. auf die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug diese 22 Prozent im Jahr 2012. Allerdings werden dabei nur die durchschnittlichen Entgelte von Frauen und Männer betrachtet – und zwar unabhängig von persönlichen oder arbeitsplatzbezogenen Unterschieden. Angaben zu Ausbildung, Berufserfahrung, Erwerbsumfang, familienbedingter Auszeiten usw. fallen unter den Tisch.

Gerade auf diese Aspekte kommt es jedoch an, wenn man nach Ursachen für Unterschiede bei der Entlohnung sucht. Dass beispielsweise die Dauer einer Erwerbspause von großer Bedeutung ist, hat das IW Köln zuletzt für das Jahr 2011 gezeigt: Danach beträgt der Verdienstabstand nur noch knapp 2 Prozent, wenn die Entgelte von Frauen mit einer Auszeit von bis zu anderthalb Jahren mit denen von Männern verglichen werden und diese sich bezogen auf viele weitere Merkmale nicht unterscheiden. Wer also die Entgeltlücke reduzieren will, sollte den raschen Einstieg nach einer Erwerbspause ermöglichen und vor allem den Ausbau der Kita-Plätze für unter 3-Jährige weiter vorantreiben.

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Mütter kehren früher in den Job zurück
IW-Kurzbericht, 23. Juni 2017

Wido Geis Mütter kehren früher in den Job zurückArrow

Zwischen 2006 und 2014 ist der Anteil der Mütter, die im zweiten Lebensjahr des Kindes arbeiten, von 34,6 Prozent auf 42,8 Prozent gestiegen, während der Anteil der im ersten Lebensjahr arbeitenden Mütter von 22,5 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken ist. Damit hat das Elterngeld sein Ziel erreicht. mehr

Gerechtigkeitspolitische Handlungsfelder in Deutschland: relevante Probleme angemessen angehen
IW policy paper, 19. Juni 2017

Christina Anger / Michael Hüther / Hans-Peter Klös / Judith Niehues / Klaus-Heiner Röhl / Holger Schäfer Gerechtigkeitspolitische Handlungsfelder in DeutschlandArrow

Zentrale verteilungspolitische Indikatoren in Deutschland haben sich seit dem Jahr 2005 wieder normalisiert oder sogar strukturell verbessert. Dennoch bleiben mindestens drei zentrale Herausforderungen. mehr

7. Juni 2017

Kommentar von Ulrike Detmers „Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden“Arrow

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist zwar vorangekommen, aber noch lange nicht erreicht. Dieses Fazit zieht Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Im iwd-Kommentar benennt die BWL-Professorin fünf notwendige Prämissen, die Frauen den Weg ins Topmanagement ebnen. mehr auf iwd.de