Erwerbspause wirft Frauen zurück Image
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Mit dem Equal Pay Day wird regelmäßig auf den so genannten Gender Pay Gap hingewiesen, d.h. auf die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug diese 22 Prozent im Jahr 2012. Allerdings werden dabei nur die durchschnittlichen Entgelte von Frauen und Männer betrachtet – und zwar unabhängig von persönlichen oder arbeitsplatzbezogenen Unterschieden. Angaben zu Ausbildung, Berufserfahrung, Erwerbsumfang, familienbedingter Auszeiten usw. fallen unter den Tisch.

Gerade auf diese Aspekte kommt es jedoch an, wenn man nach Ursachen für Unterschiede bei der Entlohnung sucht. Dass beispielsweise die Dauer einer Erwerbspause von großer Bedeutung ist, hat das IW Köln zuletzt für das Jahr 2011 gezeigt: Danach beträgt der Verdienstabstand nur noch knapp 2 Prozent, wenn die Entgelte von Frauen mit einer Auszeit von bis zu anderthalb Jahren mit denen von Männern verglichen werden und diese sich bezogen auf viele weitere Merkmale nicht unterscheiden. Wer also die Entgeltlücke reduzieren will, sollte den raschen Einstieg nach einer Erwerbspause ermöglichen und vor allem den Ausbau der Kita-Plätze für unter 3-Jährige weiter vorantreiben.

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1. November 2017

Wido Geis / Katrin Orth Ohne Männer keine GeburtenArrow

Wie viele Kinder in einer Region geboren werden, hängt signifikant mit dem Geschlechterverhältnis vor Ort zusammen. Dem trägt die Statistik bislang allerdings kaum Rechnung, weil sie nur die Kinder pro Frau ausweist. mehr auf iwd.de

27. Oktober 2017

Kommentar von Judith Niehues „Etablierte Meinungen werden kaum hinterfragt“Arrow

„Die unteren Einkommensgruppen profitieren kaum von der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland“ – dieser viel zitierte Befund mag der Mehrheitsmeinung entsprechen und sie mehr und mehr stärken. Doch Plausibilitätschecks hält das alarmierende Szenario kaum stand, mahnt Judith Niehues, Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung im IW Köln. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Judith Niehues Einkommensentwicklung, Ungleichheit und ArmutArrow

Die Ungleichheits- und Armutsdebatte nimmt in der aktuellen medialen Berichterstattung viel Raum ein. Die Datensätze und Plausibilitätstests der Studien, über die berichtet wird, sollten jedoch kritisch hinterfragt werden. mehr