Energiewende Image
Quelle: Gudellaphoto – Fotolia

In diesem Jahr werden von den deutschen Stromverbrauchern 20,4 Milliarden Euro als EEG-Umlage gezahlt. Davon zahlen private Haushalte rund 7,2 Milliarden, die Wirtschaft kommt zusammen auf 10,8 Milliarden – davon 6,1 Milliarden aus der Industrie. Die Industrie ist also bereits in hohem Maße an der Finanzierung der erneuerbaren Energien beteiligt.

Allerdings gibt es für energieintensive Industrien Rabatte auf die EEG-Umlage. Diese sind nötig, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit von großen Stromverbrauchern zu sichern. Bei der Produktion von Metallen beispielsweise lassen sich Mehrbelastungen auf den Weltmärkten nicht an die Kunden weitergeben. Um die Produktion und Beschäftigung in Deutschland weiter zu ermöglichen, dürfen die nationalen Belastungen nicht zu hoch sein.

Aus dem Umfeld der Koalitionsverhandlungen wird nun eine Mehrbelastung der Industrie um gut 1 Milliarde Euro vorgeschlagen. Damit werden sich die Investitionsbedingungen für die betroffenen Unternehmen am Standort Deutschland verschlechtern. Und für die Verbraucher wäre der Nutzen gering: Gerade einmal um 0,3 Cent je Kilowattstunde könnte die Umlage sinken. Das reicht nicht einmal, um die Kostendynamik des EEG auszugleichen: Zum Jahreswechsel wird die Umlage um fast 1 Cent steigen.

Das Kernproblem des EEG würde mit einer solchen Maßnahme auch nicht gelöst: Nicht die Ausnahmen sind verantwortlich für die hohe Umlage, sondern der massive Zubau besonders teurer Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung in den vergangenen Jahren. Nur eine grundlegende Reform des EEG kann längerfristig die Kosten senken. Eine Mehrbelastung der energieintensiven Industrie ist keine Lösung.

Ansprechpartner

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de