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Von Investitionen in Kitas profitieren alle. Die Folgen kann man sich ausmalen. Quelle: Halfpoint/Fotolia

Das Bundesverfassungsgericht hat das Betreuungsgeld gekippt. Der Bund sollte die Finanzmittel, die jetzt frei werden, nutzen, um die frühkindliche Förderung und die Zahl der Ganztagsplätze in Kitas und Schulen zu verbessern – denn der Bedarf ist um einiges größer als das Angebot.

Dass das sinnvoll ist, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die die ökonomischen Effekte eines Ausbaus der Ganztagsinfrastruktur untersucht hat. Am Beispiel der Kinder von Alleinerziehenden zeigt sich dabei, dass die ökonomischen und sozialen Effekte des Ausbaus bedeutsam sind: 84.000 Mütter würden zusätzlich eine Vollzeitstelle annehmen und 26.000 zusätzlich in Teilzeit arbeiten – ein direkter Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Durch Ganztagsangebote an Kitas und Schulen könnte laut IW-Berechnungen die Zahl armutsgefährdeter Alleinerziehender so um 50.000 reduziert werden. Außerdem nähmen die Bildungschancen aller Kinder zu, mehr Kinder erreichen höhere Bildungsabschlüsse und die Bildungsarmut reduziert sich.

Langfristig würden sich die Ausgaben in die Bildungs-Infrastruktur auch für die öffentliche Hand bezahlt machen – denn die Sozialausgaben sinken und die Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben legen zu. Alles in allem läge die „Rendite“ für die öffentliche Hand laut IW Köln bei 5 Prozent. Eine Top-Verzinsung für den Finanzminister, von der Deutschlands Sparer momentan nur träumen können.

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Mütter kehren früher in den Job zurück
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Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!
Gastbeitrag, 8. Juni 2017

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Auch nach Inkrafttreten des gesetzlichen Anspruchs auf Kinderbetreuung für Einjährige stehen Eltern oft ohne Kita-Platz da. Einer Studie zufolge fehlen 300.000 Plätze – und der Bedarf steigt weiter. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Wido Geis auf xing.com. mehr

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Kommentar von Ulrike Detmers „Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden“Arrow

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist zwar vorangekommen, aber noch lange nicht erreicht. Dieses Fazit zieht Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Im iwd-Kommentar benennt die BWL-Professorin fünf notwendige Prämissen, die Frauen den Weg ins Topmanagement ebnen. mehr auf iwd.de