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Von Investitionen in Kitas profitieren alle. Die Folgen kann man sich ausmalen. Quelle: Halfpoint/Fotolia

Das Bundesverfassungsgericht hat das Betreuungsgeld gekippt. Der Bund sollte die Finanzmittel, die jetzt frei werden, nutzen, um die frühkindliche Förderung und die Zahl der Ganztagsplätze in Kitas und Schulen zu verbessern – denn der Bedarf ist um einiges größer als das Angebot.

Dass das sinnvoll ist, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die die ökonomischen Effekte eines Ausbaus der Ganztagsinfrastruktur untersucht hat. Am Beispiel der Kinder von Alleinerziehenden zeigt sich dabei, dass die ökonomischen und sozialen Effekte des Ausbaus bedeutsam sind: 84.000 Mütter würden zusätzlich eine Vollzeitstelle annehmen und 26.000 zusätzlich in Teilzeit arbeiten – ein direkter Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Durch Ganztagsangebote an Kitas und Schulen könnte laut IW-Berechnungen die Zahl armutsgefährdeter Alleinerziehender so um 50.000 reduziert werden. Außerdem nähmen die Bildungschancen aller Kinder zu, mehr Kinder erreichen höhere Bildungsabschlüsse und die Bildungsarmut reduziert sich.

Langfristig würden sich die Ausgaben in die Bildungs-Infrastruktur auch für die öffentliche Hand bezahlt machen – denn die Sozialausgaben sinken und die Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben legen zu. Alles in allem läge die „Rendite“ für die öffentliche Hand laut IW Köln bei 5 Prozent. Eine Top-Verzinsung für den Finanzminister, von der Deutschlands Sparer momentan nur träumen können.

Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 8. März 2017

Wido Geis Töchter arbeiten weniger im Haushalt mitArrow

Mädchen im Teenageralter verbringen heute weniger Zeit mit Hausarbeit als noch vor zehn Jahren. Lag der Anteil der 15- bis 17-Jährigen, die im Schnitt über 45 Minuten am Tag mithelfen, zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 68,2 Prozent, so sind es heute nur noch 45,7 Prozent. Damit haben die geschlechterspezifischen Rollenunterschiede der Kinder in der Familie deutlich abgenommen. mehr

Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-Industrie
Gutachten, 9. Februar 2017

Holger Schäfer Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-IndustrieArrow

Das Familiengeld soll Eltern finanziell belohnen, die sich die Erwerbsarbeit in einem Korridor von 28 bis 36 Stunden gleichmäßig aufteilen. Eine Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbandes Gesamtmetall gemacht hat, zeigt, dass diese Leistung den Fachkräfteengpass in der Metall- und Elektro-Industrie verstärkt. mehr

30. Dezember 2016

Kinderbetreuung Bund muss Kita-Lücken schließenArrow

Seit August 2013 haben Eltern Anspruch auf einen Betreuungsplatz, sobald ihr Kind ein Jahr alt ist. Dennoch fehlen noch immer rund 228.000 Plätze für unter Dreijährige. Weil der Bedarf weiter steigen dürfte, sind die Gesetzespläne des Bundes ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung. mehr auf iwd.de