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Ob auf lange Sicht die Bemühungen um den Klimaschutz trotz fallender Preise anhalten werden, hängt von den langfristigen Aussichten des Emissionshandels ab. Vor allem verlässlich muss er sein. Wenn die langfristigen Perspektiven und Emissionsziele klar definiert sind, dürften auch die Preise für die Zertifikate künftig wieder steigen. Eine Befragung des Umweltexpertenpanels des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt zudem: Über 75 Prozent der Unternehmen wollen ihre Klimaschutzanstrengungen ungeachtet der aktuell niedrigen Preise für Zertifikate beibehalten, also weder verringern noch verschieben.

Wenn die EU nun die Menge der Zertifikate verringern will, weil die Preise niedrig sind, müsste sie konsequenterweise mehr Papiere ausgeben, wenn die Preise steigen. Dies dürfte aber nicht ad hoc angesichts aktueller Marktentwicklungen, sondern anhand einer verlässlichen Regel erfolgen. Die aktuell diskutierte Stilllegung von Rechten ist dagegen eine kurzfristige und einseitige Verschärfung der Emissionsobergrenzen. Und das nutzt dem Klima wenig: Wer langfristige Klimaschutzinvestitionen tätigt, will sich auf die Vorgaben verlassen können.

Verlierer der niedrigen Preise sind aktuell die öffentlichen Haushalte, die die Einnahmen aus dem Verkauf der Emissionsrechte eingeplant hatten. Dies darf aber kein Grund sein, die Grundlagen des CO2-Marktes willkürlich zu verändern. Hier wird ein grundsätzliches Problem deutlich: Die Staaten haben ein Interesse an hohen Zertifikate-Kosten – zulasten von Industrie und Verbrauchern.

Kurzstudie im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie

Hubertus Bardt: Kohärenz und Effizienz in der Klima- und Energiepolitik
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20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de