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Erneuerbare Energien Quelle: E. Schittenhelm – Fotolia

Heute zahlen alle Verbraucher ihren Beitrag zur Förderung der erneuerbaren Energien: Die EEG-Umlage ist in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen und hat inzwischen einen Wert von 6,24 Cent je Kilowattstunde erreicht. Insgesamt sollen im laufenden Jahr gut 23,5 Milliarden Euro eingesammelt werden, um damit die Mehrkosten der erneuerbaren Energien zu decken.

Mit der Zunahme der Kosten ist auch der Verteilungskampf schärfer geworden und die reduzierten Umlagesätze für besonders energieintensive Unternehmen sind in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Industrie im vergangenen Jahr fast 30 Prozent der EEG-Umlage getragen hat. Es kann also keine Rede davon sein, dass nur die Privathaushalte zahlen mussten – ihr Anteil lag mit 35 Prozent nur leicht höher.

Ein aktueller Vorschlag des Öko-Instituts sieht dennoch vor, dass einerseits die industriellen Großverbraucher eine deutlich höhere Umlage zahlen sollen. Andererseits soll ein Teil der EEG-Umlage laut Vorschlag auch auf selbst erzeugten und dann verbrauchten Strom fällig werden. So, das rechnet das Öko-Institut vor, würde die Umlage um rund 1,2 Cent pro Kilowattstunde sinken, was einen typischen Privathaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden um etwa 45 Euro im Jahr entlasten würde.

Für die energieintensive Industrie hätte solch ein Vorschlag jedoch Mehrkosten von rund 4 Milliarden Euro zur Folge. Dies würde für zahlreiche Unternehmen der Grundstoffproduktion wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie die Fertigung in Deutschland erheblich erschweren.

Zudem: Billiger würde die Förderung der erneuerbaren Energien mit diesem Vorschlag auch nicht. Statt sich auf Verteilungsfragen zu stürzen, müssen die Weichen in der Förderlogik neu gestellt werden.

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20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de