EEG-Rabatt für die Industrie Image
EEG Quelle: gourmecana – Fotolia

Allen voran die EU-Kommission hatte die bisherige „Besondere Ausgleichsregelung“ in Deutschland infrage gestellt. Vor wenigen Wochen konnten sich Bundesregierung und Kommission aber auf einen neuen Rahmen für die Ausnahmen einigen, der nun im neu gefassten Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) umgesetzt wird.

Während es in der Vergangenheit ausreichte, dass die Stromkosten einen bestimmten Anteil der Bruttowertschöpfung eines Unternehmens überstiegen, damit es in den Genuss der reduzierten EEG-Umlage-Sätze kam, sind in Zukunft mehrere Prüfschritte nötig. Denn es wird nun auch überprüft, ob ein Unternehmen überhaupt einer „berechtigten Branche“ angehört. Die Höhe der EEG-Umlage wird dann auf 4 Prozent der Bruttowertschöpfung gedeckelt, bei den Firmen, die mehr als 20 Prozent für Strom ausgeben, auf 0,5 Prozent. Auf jeden Fall muss ein Unternehmen 0,1 Cent je Kilowattstunde EEG-Umlage zahlen – bisher war die Mindestumlage nur halb so hoch.

Der Schwellenwert, ab dem die reduzierte EEG-Umlage greift, wird außerdem von 14 Prozent der Bruttowertschöpfung auf 16 Prozent im kommenden Jahr und 17 Prozent ab 2016 erhöht. Zudem wird die Berechnung der Bruttowertschöpfung so verändert, dass die Schwellen schwerer zu überschreiten sind. Die begünstigten Unternehmen müssen künftig in der Regel 15 Prozent der EEG-Umlage zahlen, das sind heute 0,94 Cent. Bisher liegen die Sätze bei nur 10 und 1 Prozent der Umlage.

Durch die Neuregelung kommen auf Unternehmen mit hohem Stromverbrauch deutliche Mehrkosten zu: Nach IW-Modellrechnungen steigen die EEG-Kosten für sehr große Unternehmen um 20 Prozent – und mehr. Bezogen auf die gesamten Stromkosten ist die Mehrbelastung mit unter 1 Prozent aber moderat.

Besonders kritisch wird die Situation für all jene Firmen, die zwar viel Strom verbrauchen, mit einem Stromkostenanteil von z.B. „nur“ 15 Prozent aber gerade aus der Umlagebefreiung herausfallen. Auch wenn hier Härtefallregelungen vorgesehen sind, könnten die Stromkosten um 30 Prozent und mehr steigen. Dieses Risiko ließe sich vermeiden, wenn die Bundesregierung auf die höheren Zugangsschwellen verzichtet. Immerhin hatte sie eine großzügigere Lösung gerade bei der EU Kommission durchgesetzt.

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20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de