Drohende Kreditklemme Image
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Die Lage dürfte auch nicht besser werden: Hatten im vergangenen Quartal 16 Prozent der befragten europäischen Banken ihre Kreditvergabestandards für Unternehmen verschärft, sind es mittlerweile schon 35 Prozent. Und die meisten wollen bei ihrem strengen Kurs bleiben.

Dabei hatte doch die Europäische Zentralbank (EZB) kurz vor Weihnachten den Banken 500 Milliarden Euro geliehen, um die Geldhäuser liquide zu halten. Schon damals wurde aber kritisiert, dass die Banken diese Gelder nicht dazu verwenden werden, mehr Kredite zu vergeben, sondern sie eher wieder bei der EZB anzulegen – und genau das ist auch passiert.

Nun stehen im Februar erneut Milliardenkredite von der EZB an die Banken an. Die Institute dürften sich wieder enorme Summe leihen. Bessern wird es die aktuelle Lage kaum: Da die wirtschaftlichen Aussichten für Europa nicht gut sind, werden die Banken die Gelder zu einem Teil wieder bei der EZB parken, anstatt sie weiter zu verleihen. Zum anderen Teil werden sie in die Aktienmärkte investiert. Dass letzteres bereits geschehen ist, zeigen weltweit die Aktienindizes – sie sind alle seit Jahresbeginn kräftig gestiegen. Der für Europa wichtige Mittelstand wird dadurch allerdings nicht unterstützt.

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Zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht heute Zweifel an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geäußert und den Europäischen Gerichtshof erneut um Prüfung gebeten. Diesmal geht es um das Public Sector Purchase Program (PSPP), in dessen Rahmen die EZB bereits Anleihen im Wert von 1,6 Billionen Euro erworben hat. Die Grenzen der Wertpapierkäufe müssen dringend konkretisiert werden. mehr

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After the internet bubble collapsed in 2000, German households have reduced their investments in the stock market. Losses at that time were not so much caused by market volatility, but the consequence of short-term speculation. However, putting savings into the stock market can be very profitable for households, when the investment horizon is sufficiently long. mehr