DIW-Wochenbericht zum Fachkräftemangel Image
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Tatsächlich sind nicht dem IW Fehler bei der Berechnung der Fachkräftelücke unterlaufen, sondern dem DIW-Autor. Seine Methode basiert auf Aussagen, die das Angebot an Nachwuchs überschätzen und einen großen Teil des Bedarfs unterschlagen. So wird behauptet, dass allein im vergangenen Wintersemester mehr als 21.000 Maschinenbauingenieure an den heimischen Hochschulen ihren Abschluss gemacht hätten. Das ist falsch – bei den 21.000 Ingenieuren handelt es sich um die Gesamtzahl der Absolventen sowohl des Winter- als auch Sommersemesters. Auch beim Gesamtbedarf an Fachkräften unterschlägt das DIW eine Reihe von Berufszweigen: So erfasst der Autor nicht einmal die Hälfte aller heute erwerbstätigen Ingenieure; solche, die als Hochschulprofessoren, Geschäftsführer und leitende Angestellte in innovativen Unternehmen oder als Berater gebraucht werden, bleiben unberücksichtigt. Nach der Bedarfsschätzung des DIW-Wochenberichts würden bei der Besetzung von Maschinenbauprofessuren damit künftig keine Ingenieure mehr benötigt.

Anmerkungen des IW zum DIW-Wochenbericht
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IW-Nachricht, 18. Juli 2017

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Egal ob Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Elektromobilität – für die Umsetzung dieser neuen Trends benötigen Unternehmen in Deutschland technisch-naturwissenschaftliches Know-How. Das zeigt sich auch am Arbeitsmarkt: Noch nie waren in den sogenannten MINT-Berufen so viele offene Stellen zu besetzen. mehr

Es gibt keine Krise bei Facharbeitern
IW-Nachricht, 14. Juni 2017

Holger Schäfer Arbeitsmarkt: Es gibt keine Krise bei FacharbeiternArrow

Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege. mehr

MINT-Frühjahrsreport 2017
Gutachten, 10. Mai 2017

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Frühjahrsreport 2017Arrow

Die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern ist von 2011 - 2014 um 10,6 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wurde von Zuwanderung, einem höheren Frauenanteil und mehr Älteren begünstigt. Weniger günstig entwickelte sich die Erwerbstätigkeit von beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften. mehr