Diskussion um Entgeltgleichheitsgesetz Image
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Der durchschnittliche Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern liegt bei 22 Prozent und dient als Begründung dafür, das Entgeltgleichheitsgesetz einzuführen: Die Unternehmen sollen zu Aspekten der Entgeltgleichheit Stellung nehmen und die einzelnen Beschäftigten sollen einen individuellen Auskunftsanspruch erhalten, ob sie angemessen entlohnt werden. Was im Koalitionsvertrag noch auf Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten beschränkt war, soll nach den jüngsten Konkretisierungen des BMFSFJ für alle Unternehmen gelten.

Dabei kann von einer geschlechtsspezifischen Entgeltdiskriminierung hierzulande keine Rede sein. Denn die 22 Prozent durchschnittlicher Entgeltunterschied im Jahr 2013 lassen sich im Wesentlichen damit erklären, welchen Beruf und welchen Arbeitsumfang Frauen bzw. Männer gewählt haben und wie lange die Erwerbsunterbrechungen – beispielsweise zur Kindererziehung – ausfielen. Denn: Frauen und Männer wählen bei allen diesen Punkten weiterhin unterschiedliche Wege.

Die Transparenzverpflichtung der Unternehmen und der individuelle Auskunftsanspruch sind kaum geeignet, diese tatsächlichen Ursachen der Lohnungleichheit abzubilden. Gleichzeitig werden die bürokratischen Lasten in den Unternehmen deutlich erhöht. Zudem wird erhebliche Unruhe in die Belegschaften getragen: Das Gesetzesvorhaben suggeriert, die Betriebe würden Personen aufgrund ihres Geschlechts ungleich behandeln. Dabei haben die Unternehmen grundsätzlich ein großes Eigeninteresse daran, dass ihre Lohnstrukturen und die Entgeltfindung als fair und gerecht erachtet werden. Andernfalls müssten sie mit einer Sanktion durch ihre Beschäftigten rechnen – enttäuschte Fachkräfte würden zu anderen Betrieben abwandern oder ihre Arbeitsleistung einschränken.

Um die Betriebe für jene Faktoren zu sensibilisieren, die betriebliche Entgeltstrukturen und Lohnunterschiede bestimmen, steht ohnehin bereits heute mit „Logib-D“ (Lohngleichheit im Betrieb – Deutschland, www.logib-d.de) ein geeignetes, vom BMFSFJ gefördertes Analyseinstrument zur Verfügung. Es bietet den Unternehmen die Möglichkeit, freiwillig das Ausmaß und die Ursachen für geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede zu identifizieren. Damit kann Logib-D wichtige Anregungen für die betriebliche Personalarbeit geben. Das Tool hat sich in Deutschland mittlerweile so sehr bewährt, dass die Europäische Kommission es nun finanziell unterstützt, damit auch andere EU-Länder davon profitieren können: Seit dem 2. März steht das „equal pacE“ Webtool zur Verfügung: www.equal-pace.eu.

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27. April 2017

Girls' Day „Lass es mich tun und ich werde es verstehen“Arrow

Heute ist Girls‘ Day. Inzwischen öffnen Unternehmen und Hochschulen schon zum 13. Mal ihre Pforten für den „Mädchen-Zukunftstag“. Ziel ist es, junge Frauen an technische und naturwissenschaftliche Berufe heranzuführen. Oliver Koppel, Bildungsökonom im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, hält den Girls‘ Day jedoch lediglich für einen ersten Schritt – erfolgversprechender seien zum Beispiel längerfristig angelegte Schülerkollegs. mehr auf iwd.de

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Michael Grömling Entwicklung der makroökonomischen Einkommensverteilung in DeutschlandArrow

Zunehmende Ungleichheit wird für Wachstumsprobleme und eine politische Polarisierung in einer Reihe von fortgeschrittenen Volkswirtschaften verantwortlich gemacht. In einer Studie hat das IW Köln nun die funktionelle Einkommensverteilung in Deutschland untersucht. Damit soll die Frage, ob sich im makroökonomischen Produktionsprozess die Einkommensentstehung weg von den Arbeitseinkommen entwickelt hat, empirisch beantwortet werden. mehr

Lohnquote weitgehend stabil
IW-Pressemitteilung, 12. April 2017

Arbeits- und Kapitaleinkommen Lohnquote weitgehend stabilArrow

In der Debatte um ein Auseinanderdriften von Arm und Reich ist in letzter Zeit auch immer wieder eine These aufgekommen: Arbeitseinkommen würden im Vergleich zu Kapitaleinkommen zunehmend an Bedeutung verlieren. Eine Studie des IW Köln kommt zu einem anderen Ergebnis. Der Anteil am Gesamteinkommen, den Arbeitnehmer erwirtschaften, ist in Deutschland weitgehend stabil. mehr