Deutsche Exportüberschüsse Image
Exporte und Importe Quelle: thomaslerchphoto – Fotolia

Für Kritiker aus dem In- und Ausland sind die Überschüsse des deutschen Warenhandels eine zentrale Ursache für die Struktur- und Schuldenprobleme in Europa. Denn während die einen mehr produzieren und somit mehr an Einkommen erwirtschaften, als sie ausgeben, reicht bei den anderen das im Inland erzielte Einkommen für den privaten und den staatlichen Konsum sowie für Investitionen nicht aus. In den Augen der Kritiker wäre es deshalb das einfachste, wenn Überschussländer wie Deutschland mehr konsumieren und investieren, respektive einfach weniger produzieren.

Doch so einfach ist die reale Welt mit ihren intensiven internationalen Arbeitsteilungen nicht: Deutschland erzielt seine Handelsbilanzüberschüsse vorwiegend mit Investitionsgütern. Und zwar erst seit gut 10 Jahren, als sich eine gewaltige internationale Nachfrage nach Investitionsgütern entwickelt hat – das globale Investitionsvolumen hat sich seither von 8.500 auf über 18.000 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Vor allem die Schwellen- und Entwicklungsländer sind dabei, ihre Infrastrukturen und Produktionskapazitäten kräftig auszubauen. Entfiel vor 10 Jahren nur knapp ein Viertel der weltweiten Anlageinvestitionen auf die aufstrebenden Volkswirtschaften, so ist es heute schon mehr als die Hälfte.

Den europäischen Ländern – vor allem den Defizitländern – wäre nicht geholfen, wenn Deutschland mit seiner starken Position in der Investitionsgüterherstellung diese hohe Nachfrage nicht bedient. Vielmehr würde Europa insgesamt darunter leiden, denn in den deutschen Exporten stecken viele Zulieferungen aus europäischen Ländern. Ein Anstieg der deutschen Exporte geht mit einem fast gleichhohen prozentualen Anstieg der Vorleistungslieferungen der EU-Länder nach Deutschland einher.

Export- und Importquoten in Deutschland

Anteil der Exporte und Importe am nominalen Bruttoinlandsprodukt in Prozent

Quelle: Statistisches Bundesamt, Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Ansprechpartner

16. März 2017

Baumaschinenindustrie Schwächelnde Exporte schmälern UmsatzArrow

Im Jahr 2015 verzeichneten die Hersteller von Baumaschinen noch ein kräftiges Umsatzplus von 7,7 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. In den folgenden neun Monaten mussten sie trotz des anhaltenden Baubooms in Deutschland einen Gang zurückschalten. Grund dafür waren vor allem die schwächeren Exporte der Branche. mehr auf iwd.de

24. Februar 2017

Niederlande „Die Niederländer verdanken ihren Wohlstand auch dem freien Handel“Arrow

Seit jeher unterhalten die Niederlande enge wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland. Die anstehenden Parlamentswahlen werden daran wohl nichts ändern, auch wenn einige niederländische Parteien die EU kritisch sehen, wie Kees van Paridon betont, Professor of Economics an der Erasmus-Universität Rotterdam und derzeit Gastprofessor am Zentrum für Niederlande-Studien an der Universität Münster. mehr auf iwd.de

Im Fadenkreuz: der Überschuss
Gastbeitrag, 20. Februar 2017

Michael Hüther im Handelsblatt Im Fadenkreuz: der ÜberschussArrow

Die deutschen Exporterfolge werden im Ausland kritisch beäugt. Doch wer die Politik zum Handeln auffordert, muss gute Gründe haben. Protektionismus muss sich jedenfalls Deutschland nicht vorwerfen lassen. Ein Gastbeitrag im Handelsblatt von IW-Direktor Michael Hüther. mehr