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Lebten 2001 noch 82,44 Millionen Personen in der Bundesrepublik, waren es 2010 nur noch 81,75 Millionen. Dann kam 2011 die Wende: Die Bevölkerungszahl ist wieder leicht auf 81,84 Millionen Personen gestiegen – aber nur, weil rund 280.000 Personen zugewandert sind und das Geburtendefizit mehr als ausgleichen konnten. Diese Entwicklung hat sich 2012 fortgesetzt. Der sogenannte Wanderungsgewinn lag bei mindestens 340.000 Personen, das Geburtendefizit hingegen nur bei 185.000 bis 200.000 Personen.

Im ersten Halbjahr 2012 entfielen über 80 Prozent der (Netto-)Zuwanderung auf Migranten aus EU-Ländern – vor allem aus Polen, Rumänien und Bulgarien. Diese Konzentration birgt Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt. Denn die osteuropäischen Länder sind wie Deutschland stark vom demografischen Wandel betroffen. Entsprechend ist davon auszugehen, dass immer weniger Menschen aus diesen Ländern in die Bundesrepublik ziehen – vor allem, wenn der wirtschaftliche Aufholprozess in der Heimat weiter in Schwung kommt.

Um dem demografischen Wandel nachhaltig zu begegnen, sollte Deutschland deshalb verstärkt Fachkräfte aus Ländern mit einer positiven Bevölkerungsentwicklung anwerben – etwa aus Indien, Indonesien und Vietnam. Gleichzeitig täte die Politik gut daran, dem demografischen Wandel noch gezielter entgegenzutreten: Sie sollte jungen Paaren die Entscheidung für Kinder erleichtern, wofür vor allem eine bedarfsgerechte Betreuungsinfrastruktur notwendig ist.

Ansprechpartner

IW-Report
IW-Report, 15. September 2017

Christian Friesl / Wido Geis / Martin Hörmann / Patrick Schellenbauer / Fabian Schnell / Clemens Wallner Migration und Arbeitsmärkte in Deutschland, Österreich und der SchweizArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen, um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. mehr

Dreiländertreffen
Pressemitteilung, 7. September 2017

Dreiländertreffen Demografischer Wandel: Zuwanderung ist nötigArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz müssen sich stärker um Fachkräfte aus dem Ausland bemühen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), der österreichischen Industriellenvereinigung (IV) und von Avenir Suisse. Die konkreten Lösungswege unterscheiden sich jedoch in den drei Ländern. mehr

Fachkräfteengpass
Interview, 30. August 2017

Oliver Koppel im Deutschlandfunk „Wir brauchen eine stärker arbeitsmarktorientierte Zuwanderung”Arrow

Was tun gegen den Fachkräfteengpass? Oliver Koppel vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) setzt unter anderem auf Zuwanderung. Die müsse allerdings besser organisiert werden, sagte er im Deutschlandfunk. Er zeigte sich von der Politik in dieser Hinsicht enttäuscht - insbesondere von der Union. mehr