Die aktuelle Einkommens- und Verbraucherstichprobe des Statistischen Bundesamtes zeigt: Wer als Studierender allein wohnt, erwirtschaftet ein gutes Drittel seines Monatsbudgets von 1.060 Euro durch Nebenjobs – beispielsweise in der Gastronomie. Das ist in der Corona-Krise für viele ein Problem. Das Bundesbildungsministerium hat darauf reagiert und bietet neben den zinsgünstigen Studienkrediten der staatlichen Förderbank KfW ab sofort zinslose Zuschüsse in Höhe von 500 Euro monatlich. Wer das Geld beantragt, muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Das ist angebracht, denn nicht jeder Studierende ist in einer Notlage: 38 Prozent wohnen bei den Eltern und zahlen oft keine Miete, die den größten Ausgabeposten darstellt.

Hochschulen brauchen Unterstützung

Allerdings reicht das nicht. Die Hochschulen benötigen zusätzliche Mittel, um ihre neuen Online-Angebote nachhaltig zu entwickeln. Auch wenn der Präsenzbetrieb wieder anläuft, gibt es weiterhin eine Nachfrage nach digitalen Angeboten, zeigt eine aktuelle Umfrage der Hochschule Koblenz: Viele Studierende wollen Teile der neuen, flexiblen Lernmöglichkeiten beibehalten. Das käme auch berufstätigen Studierenden zugute, die besonders viel Wert auf zeit- und ortsunabhängigen Studienmöglichkeiten legen. Das fordern auch Unternehmen, die sich schon lange flexible Weiterbildungsmöglichkeiten wünschen.

Aus dem Stand haben die Hochschulen ein komplettes Semester online organisiert. Eine Umfrage des Stifterverbandes zeigt: Drei Viertel der Lehrveranstaltungen und knapp zwei Drittel der Prüfungen konnten digital durchgeführt werden. Um diese Erfolge zu sichern, brauchen die Hochschulen aber eine stabile IT- Infrastruktur. Erforderlich sind leistungsfähigere Netzwerke, zusätzliche Server- und Speicherkapazitäten, zudem muss die Video-Technik erweitert werden. Dauerhaft finanzierte E-Learning-Experten sind gefragt, vor allem aber IT-Personal. Hier konkurrieren die Hochschulen mit der freien Wirtschaft – und können bei den Gehältern längst nicht mithalten. Das hat die Expertenkommission Forschung und Innovation schon vor Corona feststellt. Auf rund 500 Millionen Euro beziffert der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz den Bedarf.

Loch im Konjunkturpaket

Um diesen Betrag sollte das aktuelle Corona-Konjunkturpaket ergänzt werden. Die Mittel sollten als Digitalisierungspauschale pro Studierenden ausgezahlt werden. Damit würde das Geld unabhängig von den Finanzentscheidungen einzelner Bundesländer an den Hochschulen ankommen, an denen die Nachfrage der Studierenden am größten ist.