Die chinesische Währung verliert an Wert – wegen der Eingriffe der chinesischen Zentralbank in den Devisenmarkt. Dies sorgt für Unruhe an den Finanzmärkten und das Wort Währungskrieg schürt weltweit Ängste. Doch eine genaue Betrachtung der Yuan-Entwicklung zeigt, dass diese Ängste weitgehend unbegründet sind. Denn: Wäre der Wechselkurs flexibel, hätte die chinesische Währung schon längst einen Sinkflug gegenüber dem US-Dollar erlebt – ähnlich wie es bei den Währungen anderer Schwellenländer und dem Euro geschehen ist.

Die enge Bindung des chinesischen Renminbi an den US-Dollar war eine gute Strategie, als er noch mit einem schwachen Dollar verbunden war – so konnten die chinesischen Währungshüter die Exporte in der Zeit vor der Wirtschaftskrise zumindest kurzfristig stimulieren. Doch aktuell geht die Strategie ob des starken Dollars nicht mehr auf, denn die chinesische Währung musste aufgrund der Wechselkursbindung dem Dollar-Trend folgen: Heute ist der Yuan aus Sicht des Euroraums um 15 Prozent teurer als vor einem Jahr. Auch viele andere Währungen haben gegenüber dem US-Dollar und somit gegenüber dem Yuan stark an Wert verloren.

Dass der US-Dollar aufgewertet hat, ist nachvollziehbar und wurde erwartet: Die Stabilität in den USA und die dortige Wachstumsdynamik nehmen zu. Für den Yuan und China sind die Vorzeichen dagegen andere – das Wirtschaftswachstum geht zurück und die chinesischen Finanzmärkte stehen auf wackeligen Beinen. Somit ist es eine natürliche, nachvollziehbare Reaktion der Zentralbank, den Yuan abzuwerten und damit für eine Korrektur zu sorgen. Mit einem Währungskrieg sollte das niemand verwechseln.