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Die EU-Vertreter müssen jetzt sicherstellen, dass der Brexit kein Präzedenzfall für andere EU-Staaten wird. Foto: mikie11/iStock

Momentan verlieren nationalstaatliche Grenzen ökonomisch an Bedeutung und Wertschöpfungsketten vernetzen sich global. Der Austritt aus der Europäischen Union ist somit ein Auflehnen der Briten gegen die Megatrends Globalisierung und Digitalisierung. Andererseits schwächt der Verlust wirtschaftlicher und politischer Diversität durch den Austritt Großbritanniens die Europäische Union in ihrem Ziel, die sich digitalisierende Weltwirtschaft mitzuprägen.

Mit der Rückkehr zur isolierten nationalstaatlichen Koexistenz verspielen die Länder nicht nur das politische Kapital Europas, sondern auch grundlegende wirtschaftliche Potenziale für die Zukunft. Es liegt nun an den EU-Vertretern sicherzustellen, dass der Brexit kein Präzedenzfall für andere EU-Staaten wird. Sprich: Die Zeit des Rosinenpickens für alle Nörgler und Abweichler ist vorbei, jetzt muss die EU harte Kante zeigen. Für die zukünftige institutionelle Ausgestaltung der EU ist spätestens jetzt aber auch klar: Eine „ever-closer-union“ ist kein Weg, den alle mitgehen. Wichtig ist vor allem, dass die Politiker in den Mitgliedsstaaten aufhören, die EU für ihre eigenen Fehler verantwortlich zu machen. Europas Glaubwürdigkeit steht und fällt mit dem jeweiligen Rückhalt vor Ort.

Doch selbst wenn der Brexit die Staatengemeinschaft hart trifft, werden die akuten wirtschaftlichen Folgen überschaubar sein: Es ist nicht mit einem erneuten Losbrechen der Eurokrise zu rechnen. Die Reformen der Krisenstaaten sind weit genug fortgeschritten, das Finanzsystem hat Risikopuffer aufgebaut und der Austritt kommt letztlich ohne Überraschungsmoment daher. Eine Aufwertung des Euro gegenüber dem britischen Pfund verschlechtert zwar die europäische Wettbewerbsfähigkeit. Das geschieht allerdings in einem Maße, das die Wirtschaft kompensieren kann.

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Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

Brexit
IW-Nachricht, 19. Juni 2017

Jürgen Matthes Brexit: Missverständnisse vermeidenArrow

Fast ein Jahr nach dem Referendum beginnen heute die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Die Lage scheint vertrackt, doch in der öffentlichen Debatte wird die bisherige Position der britischen Regierung häufig missverstanden – und damit auch die Chancen für konstruktive Verhandlungen übersehen. mehr