Am Tropf des ausländischen Geldes Image
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Seit Anfang dieses Jahres steckt die brasilianische Wirtschaft in der Rezession. In den beiden ersten Quartalen 2014 schrumpfte die reale Wirtschaftsleistung, und auch die Investitionen lagen im zweiten Quartal um 11 Prozent unter dem Vorjahreswert. Privates Kapital verlässt zunehmend das Land, und die Wachstumsaussichten haben sich eingetrübt.

Viel zu lange Zeit hat Präsidentin Rousseff die Misere auf die globale Wirtschaftskrise geschoben und die Kapitalabflüsse als Reaktion auf die geldpolitische Wende in den USA dargestellt. Doch die wahren Gründe liegen im Land selbst: Das Land ist zu sehr auf ausländisches Kapital angewiesen, weil eine Finanzierung im Inland kaum möglich ist. Die private Sparquote ist wegen der Inflation und des hohen Rentenniveaus extrem niedrig. Auch der Staat hat kaum Luft für Investitionen: Die Neuverschuldung lag im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre bei mehr als 3 Prozent. Unter dem Strich betrug die Investitionsquote 2013 gerade mal 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes – Indien und China beispielsweise kommen auf mehr als 30 Prozent.

Damit die brasilianische Wirtschaft wieder Tritt fassen kann, muss deshalb nun der Reformprozess in Gang kommen. Das Gesundheitssystem ist unterentwickelt, und auch das Bildungssystem macht zu wenig Fortschritte. Dennoch haben die Brasilianer das Vertrauen in die jetzige Präsidentin offenbar noch nicht komplett verloren. Sollte sie die Stichwahl gewinnen, bekommt sie noch eine Chance, das stolze Brasilien vor dem Abstieg zu bewahren.

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9. November 2017

Thomas Puls / Thilo Schaefer Klimapolitik: Die CO2-WeltArrow

Das große Ziel der internationalen Klimapolitik ist die Verringerung der globalen Kohlendioxid-Emissionen. Darum geht es auch auf dem derzeit in Bonn stattfindenden UN-Klimagipfel. Dies ist keine leichte Aufgabe – vor allem in Anbetracht der sich rasant entwickelnden Volkswirtschaften in China und Indien. Die CO2-Welt in Grafiken. mehr auf iwd.de

6. November 2017

Benjamin Tischler Klimapolitik: Worthülsen mit Inhalt füllen Arrow

Vom 6. bis zum 17. November schaut die Welt gebannt auf Bonn. Denn auf der 23. UN-Klimakonferenz geht es darum, die bislang überwiegend vagen Worthülsen des Pariser Klimaabkommens mit konkreten Regelungen zu füllen. Je schneller dies gelingt, desto früher können Klimaschutzverpflichtungen verhandelt werden. Die Zeit drängt, denn ohne rasche und drastische Emissionsreduktionen kann die globale Erwärmung nicht auf 2 Grad Celsius begrenzt werden. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 3. November 2017

Hubertus Bardt / Michael Grömling Hausgemachte InvestitionshemmnisseArrow

In der Debatte über die deutsche Investitionsperformance stehen meist öffentliche Investitionen in Infrastrukturen im Mittelpunkt. Da aber rund 90 Prozent der Investitionen keine öffentlichen, sondern private Investitionen sind, spielen die Rahmenbedingungen für unternehmerische Investitionen für die gesamtwirtschaftliche Investitionstätigkeit eine dominante Rolle. mehr