Sparen nicht verteufeln Image
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Der private Verbrauch ist jedoch nur ein Teil der Binnennachfrage. Es macht daher keinen Sinn zwischen gutem Konsum und schlechten Ersparnissen zu unterscheiden. Jeder Ökonom lernt schon im ersten Semester: Ersparnisse gehen nicht verloren, sondern fließen z.B. als Kredite in den Wirtschaftskreislauf zurück. Die Folge: Ist mehr angelegtes Geld vorhanden, haben es die Unternehmen leichter, ihre Investitionen – die ja auch Teil der Binnennachfrage sind – (fremd) zu finanzieren.

Aber auch, was die Grundannahmen angeht, steht die DIW-Argumentation auf tönernen Füßen. Zwar sind die Einkommen der obersten 10 Prozent laut Sozio-oekonomischem Panel (SOEP) zwischen 2004 und 2008 etwas stärker gestiegen als die des einkommensschwächsten Zehntels der Bevölkerung. Nimmt man aber andere Zeiträume, sieht es schon ganz anders aus: Vergleicht man den Zeitraum 2005 bis 2008, ergibt sich für das unterste Zehntel der Einkommensskala sogar ein stärkerer Zuwachs als für das Zehntel der Topverdiener. Auch andere Ungleichheitsindikatoren zeigen nach DIW-Berechnungen an, dass die Einkommen seit 2005 nicht mehr weiter auseinander gedriftet sind.

Veranstaltung
Veranstaltung, 23. November 2017

20. Finanzmarkt Round-Table Der Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik – Erlösung oder neuer Schock?Arrow

Während die einen ein schnelles Ende des Niedrigzinses herbeisehnen, befürchten andere einen neuen Schock mit Rückwirkungen auf die Stabilität der Finanzmärkte. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, die DekaBank und die Börsen-Zeitung laden ein zum 20. Finanzmarkt Round-Table in Frankfurt am Main. mehr

Seit 2005 hat sich die Einkommensschere nicht weiter geöffnet
Interview, 21. September 2017

Judith Niehues im General-Anzeiger Bonn Seit 2005 hat sich die Einkommensschere nicht weiter geöffnetArrow

Ein „bedingungsloses Kapitaleinkommen“ für alle Bürger steht seit Längerem zur Debatte. Es soll die soziale Ungleichheit bekämpfen. Die soziale Ungleichheit habe nur zeitweise zugenommen, sagt die Ökonomin Judith Niehues vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

Markus Demary in LSE Business Review
Gastbeitrag, 20. September 2017

Markus Demary in LSE Business Review The US should not roll back financial regulation Arrow

The Dodd-Frank Act is not perfect, but it's a framework that can mitigate systemic risks, writes Markus Demary, senior economist in the research unit financial and real estate markets at the Cologne Institute for Economic Research (Institut der deutschen Wirtschaft Köln). mehr