Denn nicht nur in den größten Städten sind deutliche Veränderungen absehbar. Auch kleinere Universitäts- und Fachhochschulstädte entwickeln sich laut IW-Prognose positiv: Während es im Jahr 2000 nur 315.000 Studienanfänger gab, waren es 2012 bereits eine halbe Million. Viele von ihnen, so die IW-Forscher, werden nach dem Studium am Studienort bleiben oder in andere Großstädte ziehen, statt in die „Provinz“ zurückzukehren.

Die Zuwanderung aus dem Ausland, die sich ebenfalls auf größere Städte fokussiert, und die Konzentration vieler Firmen auf Ballungszentren tun ein Übriges, um die Bevölkerungsstruktur deutschlandweit nachhaltig zu verändern.

Für einige Regionen bedeutet das im Umkehrschluss, dass sie sich auf deutlich sinkende Einwohnerzahlen einstellen müssen. Die peripheren ostdeutschen Regionen schrumpfen dabei laut IW-Studie am stärksten. Allen voran der sachsen-anhaltinische Kreis Mansfeld/Südharz und der Elbe-Elster-Kreis in Brandenburg, die jeweils 28 Prozent an Bevölkerung einbüßen, im thüringischen Greiz sind es voraussichtlich 26 Prozent.

Doch auch in Süddeutschland gibt es Bevölkerungs-Verlierer: In Bayern muss der Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge bis 2030 mit einem Verlust von rund 20 Prozent seiner Einwohner rechnen und in Baden-Württemberg wird der Kreis Freudenstadt mit über 11 Prozent Rückgang die ungünstigste Entwicklung aufweisen.

Die Menschen ziehen in die Städte

Veränderung der Bevölkerungszahl von 2012 bis 2030 unter der Annahme einer weiterhin positiven Zuwanderung

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat verschiedene Szenarien der demografischen Entwicklung in den Regionen errechnet, die unterschiedlich viele Zuwanderer pro Jahr zugrunde legen. Ein Szenario geht davon aus, dass die Zuwanderung so hoch bleibt wie in den vergangenen Jahren. Ein anderes setzt voraus, dass die Zuwanderung in manchen Jahren wieder auf ein niedrigeres Niveau sinkt. Die interaktive Karte bildet einen Mittelwert dieser beiden Szenarien ab. Die Szenarien berücksichtigen jedoch einen Faktor nicht: In den am stärksten wachsenden Städten wie Münster könnte der Wohnungsmangel dazu führen, dass Menschen ins Umland ausweichen und deshalb der Bevölkerungsanstieg weniger stark ausfällt.

Diese Karte können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schicken Sie eine Mail an onlineredaktion <AT> iwkoeln.de

IW-Trends

Klaus-Heiner Röhl: Konzentrations- und Schrumpfungsprozesse in deutschen Regionen und Großstädten bis 2030

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Ansprechpartner

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

Beschäftigung und Qualifizierung von Flüchtlingen
IW-Trends, 17. März 2017

Regina Flake / Svenja Jambo / Sarah Pierenkemper / Paula Risius / Dirk Werner Beschäftigung und Qualifizierung von Flüchtlingen in UnternehmenArrow

Inzwischen hat fast jedes sechste Unternehmen Erfahrung mit der Integration von Geflüchteten gemacht. Mehr Informationen über Informations- und Unterstützungsangebote und ihren Nutzwert könnten auch Unternehmen ohne Erfahrung dazu motivieren, zukünftig Flüchtlinge zu beschäftigen. mehr

IW policy paper, 14. März 2017

Jochen Pimpertz Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine HeuristikArrow

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Das kommt auch in den unterschiedlichen Argumenten zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausdruck, die die Vertreter der verschiedenen Parteien und Interessengruppen derzeit in den Medien vortragen. Jochen Pimpertz hat drei aktuelle Fragen zur schwarz-roten Rentenpolitik aufgegriffen. mehr