Betreuungsgeld Image
Quelle: Claudia Paulussen – Fotolia

Das IW Köln kam in seiner Stellungnahme für eine Bundestagsanhörung im Herbst 2012 zum Ergebnis, dass das Betreuungsgeld aus ökonomischer Sicht ungünstige Folgen haben kann: Einerseits hält es vor allem bildungsferne Eltern davon ab, ihre Kleinkinder in eine Kita zu schicken. Und das, obwohl gerade diese Kinder besonders stark davon profitieren, in einer KITA gefördert zu werden. Andererseits entstehen bei jenen Eltern, die durch einen stärkeren Arbeitsmarktzugang ihre Armutsgefährdung reduzieren könnten, durch das Betreuungsgeld Anreize, sich vom Arbeitsmarkt zurückziehen.

Die Mittel für das Betreuungsgeld, so lautete schon damals das Fazit der IW-Experten, wären besser in den Ausbau der frühkindlichen Förderung investiert. Denn Untersuchungen des IW zeigen, dass sich diese Investitionen für alle auszahlen: Durch Ganztagsangebote an KITAs und Schulen kann beispielsweise die Zahl armutsgefährdeter Alleinerziehender um 50.000 reduziert werden. Außerdem nehmen die Bildungschancen aller Kinder zu – die Wahrscheinlichkeit, dass sie später Abitur machen und studieren, steigt an.

Langfristig würden sich die Ausgaben für die KITA-Infrastruktur durch sinkende Sozialausgaben und steigende Steuereinnahmen dann sogar für die öffentliche Hand bezahlt machen. Entsprechend sollte die Regierung die Studienergebnisse nutzen, um das Betreuungsgeld noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Fragenkatalog mit Antworten

Axel Plünnecke: Stellungnahme im Bundestag – Einführung eines Betreuungsgeldes

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Mütter kehren früher in den Job zurück
IW-Kurzbericht, 23. Juni 2017

Wido Geis Mütter kehren früher in den Job zurückArrow

Zwischen 2006 und 2014 ist der Anteil der Mütter, die im zweiten Lebensjahr des Kindes arbeiten, von 34,6 Prozent auf 42,8 Prozent gestiegen, während der Anteil der im ersten Lebensjahr arbeitenden Mütter von 22,5 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken ist. Damit hat das Elterngeld sein Ziel erreicht. mehr

Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!
Gastbeitrag, 8. Juni 2017

Wido Geis auf xing.com Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!Arrow

Auch nach Inkrafttreten des gesetzlichen Anspruchs auf Kinderbetreuung für Einjährige stehen Eltern oft ohne Kita-Platz da. Einer Studie zufolge fehlen 300.000 Plätze – und der Bedarf steigt weiter. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Wido Geis auf xing.com. mehr

7. Juni 2017

Kommentar von Ulrike Detmers „Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden“Arrow

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist zwar vorangekommen, aber noch lange nicht erreicht. Dieses Fazit zieht Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Im iwd-Kommentar benennt die BWL-Professorin fünf notwendige Prämissen, die Frauen den Weg ins Topmanagement ebnen. mehr auf iwd.de