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Betreuungsgeld Quelle: detailblick – Fotolia

Wer sein Kleinkind selbst betreut, statt es betreuen zu lassen, hat seit August 2013 Anspruch auf 100 Euro im Monat. Und das, obwohl bildungsökonomische Untersuchungen eindeutig belegen, dass sich frühkindliche Betreuung in Kitas & Co. positiv auf die Kompetenzentwicklung von Kindern aus bildungsfernen Schichten und von Alleinerziehenden auswirkt. So zeigen Untersuchungen des IW Köln beispielsweise, dass Kinder von Alleinerziehenden deutlich bessere Chancen haben, später auf ein Gymnasium zu gehen, wenn sie bereits früh eine Kita besucht haben.

Doch gerade für entsprechende Familien setzt das Betreuungsgeld einen Anreiz, ihre Kinder nicht in frühkindliche Bildungseinrichtungen zu schicken. Denn sie profitieren aufgrund ihres geringen Einkommens verhältnismäßig stark vom Betreuungsgeld.

Zudem schafft das Betreuungsgeld negative Erwerbsanreize, die einen Wiedereinstieg in den Beruf hinauszögern und damit erschweren – mehr als drei Viertel der Leistungsbezieher haben den Antrag auf Betreuungsgeld für den maximal möglichen Bezugszeitraum von 22 Monaten gestellt. Das führt später zu finanziellen Nachteilen für die Betroffenen und den Fiskus. Denn erwiesener Maßen vergrößern vor allem familienbedingte Auszeiten die Verdienstunterschiede: Frauen mit einer mindestens dreijährigen Erwerbsunterbrechung wiesen im Jahr 2011 einen bereinigten Lohnabstand von fast 12 Prozent auf. Bei Arbeitnehmerinnen mit einer Auszeit zwischen anderthalb und drei Jahren betrug der Abstand nur noch 6 Prozent, bei jenen mit einer Auszeit von maximal 18 Monaten sogar weniger als 2 Prozent.

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Mütter kehren früher in den Job zurück
IW-Kurzbericht, 23. Juni 2017

Wido Geis Mütter kehren früher in den Job zurückArrow

Zwischen 2006 und 2014 ist der Anteil der Mütter, die im zweiten Lebensjahr des Kindes arbeiten, von 34,6 Prozent auf 42,8 Prozent gestiegen, während der Anteil der im ersten Lebensjahr arbeitenden Mütter von 22,5 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken ist. Damit hat das Elterngeld sein Ziel erreicht. mehr

Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!
Gastbeitrag, 8. Juni 2017

Wido Geis auf xing.com Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!Arrow

Auch nach Inkrafttreten des gesetzlichen Anspruchs auf Kinderbetreuung für Einjährige stehen Eltern oft ohne Kita-Platz da. Einer Studie zufolge fehlen 300.000 Plätze – und der Bedarf steigt weiter. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Wido Geis auf xing.com. mehr

7. Juni 2017

Kommentar von Ulrike Detmers „Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden“Arrow

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist zwar vorangekommen, aber noch lange nicht erreicht. Dieses Fazit zieht Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Im iwd-Kommentar benennt die BWL-Professorin fünf notwendige Prämissen, die Frauen den Weg ins Topmanagement ebnen. mehr auf iwd.de