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Damit gibt es über doppelt so viele unbesetzte Ausbildungsplätze wie unversorgte Bewerber. 2012 gaben in einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags 21 Prozent der befragten ausbildenden Unternehmen an, nicht alle angebotenen Plätze besetzen zu können. Dabei ist das Engagement der Wirtschaft in der Ausbildung ungebrochen hoch. So haben die Firmen ihre Zusagen im Rahmen des Ausbildungspakts in den vergangenen Jahren deutlich übertroffen. Statt wie geplant 30.000 neue Ausbildungsbetriebe pro Jahr zu gewinnen, kamen 2011 und 2012 jeweils deutlich mehr als 40.000 ausbildende Unternehmen hinzu. Die Anzahl der Ausbildungsstellen lag in beiden Jahren ebenfalls über den Zusagen.

Ein Grund für die aktuelle Situation am Ausbildungsmarkt ist, dass die Zahl der Schulabgänger sinkt. Zwischen 2009 und 2011 ist die Zahl der jungen Frauen und Männer ohne Hochschulzugangsberechtigung aus den allgemeinbildenden Schulen bundesweit um knapp 54.000 zurückgegangen. Lediglich bei den Studienberechtigten in den westdeutschen Bundesländern gab es noch Zuwächse – bei ihnen müssen ausbildende Betriebe allerdings mit der attraktiven Alternative Studium konkurrieren.

Und es kommt für Ausbildungsbetriebe noch schlimmer: Die Kultusministerkonferenz prognostiziert bis 2025 einen Rückgang der Schulabgänger gegenüber 2009 um 18 Prozent. Die Versorgung mit qualifizierten Fachkräften über die Ausbildung sicherzustellen, wird für Unternehmen also immer schwieriger.

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Das europäische Erasmus-Programm, das in diesem Juni seinen 30. Geburtstag feiert, hat zunächst nur Studenten finanziell unterstützt, die ein Auslandssemester absolvieren wollten. Mittlerweile fördert das zu Erasmus+ umgetaufte Projekt nicht nur einen deutlich größeren Personenkreis, sondern umfasst auch sämtliche Bildungsbereiche. Allein 2015 investierte Brüssel dafür mehr als 2,1 Milliarden Euro. mehr auf iwd.de

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62. Bildungspolitisches Treffen Lernen und Arbeiten in der digitalen WeltArrow

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