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Berlin Quelle: Fotolia

Die Wirtschaftsleistung Baden-Württembergs brach z.B. 2009 um 7,4 Prozent ein – während Berlin mit einem Minus von 0,7 Prozent noch ganz gut abschnitt. Auch die Jahre 2005 bis 2008 liefen für die Hauptstadt ziemlich gut. Doch schon 2010 dürfte der Süden wieder Spitzenreiter beim Wirtschaftswachstum sein. Berlin hat die Jahre des Aufschwungs von 2005 bis 2008 durchaus für sich genutzt. Die Wirtschaftsleistung des Bundeslandes kletterte Jahr für Jahr im Schnitt um 2,3 Prozent und damit stärker als anderswo. Doch der Hauptstadt-Hype dürfte nur von kurzer Dauer sein. Denn schon im laufenden Jahr kehrt wieder die vertraute Rangfolge ein. Die Industrie erholt sich schneller als gedacht, so dass in den industriestarken Südländern schon wieder Fachkräftemangel statt Trübsal blasen auf der Agenda steht.

Berlin hingegen ist im Juli mit einer Arbeitslosenquote von 13,6 Prozent auf den letzten Platz zurückgefallen, Sachsen-Anhalt rangiert mit 12,3 Prozent noch klar davor. Der Städtetourismus, die Regierungsfunktionen und die boomenden Kreativ- und Gesundheitsbranchen können eben doch nicht eine florierende Industrie ersetzen. Dies hat auch der Berliner Senat erkannt und arbeitet nun an einer neuen Wirtschaftsstrategie, die das Verarbeitende Gewerbe stärker einbezie

Bis das Konzept Früchte trägt, dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Währenddessen droht für die Berliner Wirtschaftsleistung schon 2012 ein schwerer Schlag: Dann schließt der Flughafen Tegel und der Hauptstadtverkehr wird gänzlich über den neuen Großflughafen BBI im brandenburgischen Schönefeld abgewickelt. Was für die Wirtschaft eigentlich Vorteile bringt, wirkt zumindest in der Statistik verheerend, verliert Berlin doch einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor und tausende Arbeitsplätze ans Nachbarland.

Berliner Gespräche Frühjahrstagung 2017
Veranstaltung, 27. April 2017

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„Durch Deutschland muss ein Ruck gehen“, forderte Roman Herzog vor 20 Jahren. Seit langem gilt diese Rede als wichtiger Impuls für jenen politischen Reformprozess, der eine wesentliche Grundlage des heutigen Erfolges ist. Auf unserer Frühjahrstagung möchten wir mit Ihnen diskutieren, wie der nächste Ruck aussehen könnte, der durch Deutschland gehen muss. mehr

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IW-Kurzbericht, 23. Januar 2017

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Das Vereinigte Königreich (UK) will zwar aus dem Binnenmarkt austreten, mit einem umfassenden Freihandelsabkommen aber einen weitgehenden Zugang zu den EU-Absatzmärkten behalten. Es ist jedoch fraglich, ob sich die Europäische Union darauf einlässt. Die Brexiteers behaupten, dass vor allem deutsche Unternehmen, die sich um ihre Exporte in das UK sorgen, auf weiche Kompromisse zugunsten der Briten drängen, um weiterhin möglichst ungehindert Handel treiben zu können. Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) stellt diese Sichtweise jedoch infrage. mehr