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Wenn Banken Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben oder Unternehmensanleihen erwerben, dann müssen sie diese Engagements zu einem festgelegten Prozentsatz mit eigenem Geld finanzieren. Die zugrunde liegende Regel ist simpel: Je höher das Ausfallrisiko der Engagements, desto mehr Eigenkapital müssen die Institute aufwenden. Zudem gilt eine Großkreditbeschränkung – Banken dürfen einem einzelnen Schuldner nicht mehr Geld leihen als ein Viertel ihres Eigenkapitals. Damit soll verhindert werden, dass der Ausfall eines einzelnen Schuldners ein Institut in Schieflage bringt.

Wenn Banken jedoch Anleihen der Euroländer erwerben, benötigen sie hierfür kein eigenes Geld, denn die Finanzmarktregulierung betrachtet diese Investitionen bislang als risikolos. Eine gefährliche Annahme. Denn während der Staatsschuldenkrise im Euroraum kamen Banken in Schieflage, weil ihnen das Eigenkapital fehlte, um Verluste aus den Staatspapieren aufzufangen. Zudem zeigte sich, dass sich die Banken zu stark in einzelnen Ländern, wie Griechenland, Italien, Portugal und Spanien, engagiert hatten. Eine Großkreditbeschränkung wie die gegenüber Unternehmen hätte die Verluste der Banken begrenzen helfen.

Die Eigenkapitalunterlegung für Staatsanleihen hat in jüngster Vergangenheit weiter an Relevanz gewonnen: Während die Unternehmenskredite in den Bankbilanzen in den vergangenen beiden Jahren um 4 Prozent pro Jahr fielen, stiegen die Bestände an Staatsanleihen um über 8 Prozent pro Jahr.

Problematisch ist in diesem Kontext außerdem, dass das Geld, das an Staaten fließt, den Unternehmen an Krediten fehlt. Besonders in den Krisenländern der Eurozone stellt die restriktive Kreditvergabe der Banken die kleinen und mittelständischen Unternehmen momentan vor Herausforderungen.

Die Eigenkapitalunterlegung von Staatsanleihen ist bei den europäischen Regierungen allerdings unbeliebt – aus verständlichen Gründen. Denn der bisherige Regulierungsrahmen schafft eine hohe Nachfrage nach Staatspapieren und ermöglicht den Staaten so, sich günstig bei Banken zu verschulden.

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Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

Brexit
IW-Nachricht, 19. Juni 2017

Jürgen Matthes Brexit: Missverständnisse vermeidenArrow

Fast ein Jahr nach dem Referendum beginnen heute die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Die Lage scheint vertrackt, doch in der öffentlichen Debatte wird die bisherige Position der britischen Regierung häufig missverstanden – und damit auch die Chancen für konstruktive Verhandlungen übersehen. mehr