Bei der Zuwanderung aus Drittstaaten – also Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes – hat die Bundesregierung mit der Blauen Karte und verbesserten Zuwanderungsregeln wichtige Impulse gesetzt. Dazu wirbt die Regierung gezielt um akademische Fachkräfte in den MINT-Berufen. Mit Erfolg: In diesen Berufen hat die Beschäftigung von Ausländern aus Drittstaaten – ohne Herkunftsländer der Geflüchteten – seit 2012 von rund 30.000 auf gut 58.000 zugenommen. Allein durch die zusätzlichen Beschäftigten in den akademischen MINT-Berufen steigt die jährliche Wertschöpfung in Deutschland um mehr als drei Milliarden Euro.

Besonders viele hochqualifizierte Einwanderer kamen aus Indien. In den vergangenen sechs Jahren ist ihre Anzahl in akademischen MINT-Berufen von knapp 4.000 auf mehr als 10.000 gestiegen. Im gleichen Zeitraum nahm die Beschäftigung von EU-Ausländern in diesen Berufen um rund 53 Prozent auf knapp 60.000 zu.

In MINT-Facharbeiterberufen ist dagegen ein anderes Bild zu beobachten – hier wurde das Einwanderungsrecht in den vergangenen Jahren nicht in gleichem Maße verbessert. Während die Beschäftigung von Ausländern aus den EU-Staaten in MINT-Facharbeiterberufen um knapp 62 Prozent auf 218.000 sogar stärker gestiegen ist als in den akademischen MINT-Berufen, erhöhte sich die Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen in diesen Berufen nur um knapp 12 Prozent.

Deshalb muss die Regierung dringend nachbessern. Zur langfristigen Fachkräftesicherung ist es wichtig, die jüngsten Erfolge in den akademischen MINT-Berufen auch in Facharbeiterberufen zu erzielen. Dazu sollte ein attraktives Einwanderungsgesetz für diese Zielgruppe geschaffen werden.