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Insgesamt wurden 2011 knapp 149.800 Ausbildungsverträge vorzeitig beendet. Gut ein Drittel der Auszubildenden schmiss die Ausbildung dabei noch während der Probezeit – ein Hinweis darauf, dass die Erwartungen an den Ausbildungsberuf möglicherweise nicht erfüllt wurden.

Ein weiterer Erklärungsansatz für die steigenden Abbruchzahlen sind die Auszubildenden selbst: Unternehmen bieten vielen Jugendlichen, die vor einigen Jahren bei der Bewerbung kaum Chancen hatten, heute direkt einen Ausbildungsplatz an. Dies zeigt sich unter anderem an der Zahl der Altbewerber: Sie ist von 2009/2010 auf 2010/2011 um rund 8 Prozent gefallen. Die Unternehmen versuchen eventuelle Defizite dieser Jugendlichen mit Stützunterricht auszugleichen – rund 14 Prozent taten dies im Jahr 2011 beispielsweise bei sozial benachteiligten Jugendlichen.

Dennoch führen Probleme in der Ausbildung noch immer oft zum Abbruch. Als Gegenmaßnahme könnten ausbildungsbegleitende Hilfen der Bundesagentur für Arbeit als Standardangebot taugen. Rund 68 Prozent der ausbildenden Unternehmen halten dies für sehr oder zumindest teilweise sinnvoll. Bisher werden diese Maßnahmen oft nur eingesetzt, wenn der Abschluss der Ausbildung konkret gefährdet ist. Knapp 48 Prozent wünschen sich zudem Ausbildungsberufe mit reduziertem Theoriegehalt, um lernschwächere Zielgruppen besser integrieren zu können.

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Ausbildungsplätze
IW-Nachricht, 2. November 2017

Regina Flake Ausbildungsplätze: Chancen nutzenArrow

Rein rechnerisch ist der Ausbildungsmarkt laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sehr ausgeglichen: 549.800 Berufsausbildungsstellen standen 547.800 Bewerber gegenüber. Dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, gleichzeitig finden junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Schulen und Unternehmen müssen handeln. mehr

Gutachten, 26. Oktober 2017

Paula Risius / Lydia Malin / Regina Flake Ausbildung oder Studium? Arrow

Unternehmen können immer mehr Ausbildungsstellen nicht besetzen. Dies birgt die Gefahr, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mittelfristig ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren, was gravierende Auswirkungen auf die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt hätte. mehr

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder StudiumArrow

Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. mehr