Mobilität ist gefragt Image
Jugendliche müssen für eine Stelle häufiger umziehen. Foto: mahony/Fotolia

Knapp 41.000 Ausbildungsplätze blieben zuletzt frei – mehr als drei Mal so viele wie vor zehn Jahren. Insbesondere in Süd- und Ostdeutschland werden Nachwuchskräfte händeringend gesucht – etwa 60 Prozent der unbesetzten Stellen finden sich dort. Im Westen und Norden der Republik gibt es hingegen noch häufiger Bewerber ohne Ausbildungsplatz. Beide Ungleichgewichte ließen sich abbauen, wenn Jugendliche öfter den Wohnort wechseln würden – doch dafür brauchen sie mehr Unterstützung. Das Jugendwohnen hat dabei eine zentrale Bedeutung. Auszubildende, deren Arbeit zu weit von zu Hause entfernt ist, um zu pendeln, erhalten eine Unterkunft inklusive Verpflegung und sozialpädagogischer Betreuung. Die öffentliche Hand sollte diese Angebote ausweiten, um die Mobilität zu fördern.

Zudem mangelt es an Informationen für Schüler, in welchen Regionen welche Ausbildungsplätze frei sind. Auch die Förderung von Schnupperpraktika könnte helfen, um Betriebe und Jugendliche zusammenzubringen, und die Ausbildung fern der Heimat schmackhaft zu machen. Nicht zuletzt können Arbeitgeber dazu beitragen, dass interessierte Jugendliche einen Umzug und ein neues Umfeld in Betracht ziehen: sei es durch flexible Arbeitszeiten, Unterstützung bei der Wohnungssuche oder indem ein Mentor aus dem Betrieb beim Einleben in der neuen Umgebung hilft. Detaillierte Informationen für Unternehmen bietet die Website des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung.

Ungleichgewicht in Deutschland

Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze nach Arbeitsagenturbezirken im Berichtsjahr 2014

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2015; eigene Berechnungen

Ausbildungsplätze
IW-Nachricht, 2. November 2017

Regina Flake Ausbildungsplätze: Chancen nutzenArrow

Rein rechnerisch ist der Ausbildungsmarkt laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sehr ausgeglichen: 549.800 Berufsausbildungsstellen standen 547.800 Bewerber gegenüber. Dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, gleichzeitig finden junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Schulen und Unternehmen müssen handeln. mehr

Gutachten, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Ausbildung oder Studium? Arrow

Unternehmen können immer mehr Ausbildungsstellen nicht besetzen. Dies birgt die Gefahr, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mittelfristig ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren, was gravierende Auswirkungen auf die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt hätte. mehr

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder StudiumArrow

Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. mehr