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Seit vielen Jahren besitzt der größte Anteil der Auszubildenden im dualen System einen mittleren Schulabschluss: Aktuell sind es ca. 43 Prozent der Auszubildenden, wie der Nationale Bildungsbericht zeigt. Danach kommen Jugendliche mit Hauptschulabschluss (33 Prozent) und Jugendliche mit einer Fach-/Hochschulreife (21 Prozent).

Leistungsschwächere Jugendliche münden laut Nationalem Bildungsbericht nach der allgemeinbildenden Schule immer noch häufig in das sogenannte Übergangssystem ein, in dem kein qualifizierender Berufsabschluss erworben werden kann. Die „Integrierte Ausbildungsberichterstattung“ des Statistischen Bundesamtes zeigt allerdings für das Jahr 2011, dass im Übergangssystem erstmals weniger als 300.000 Neuzugänge zu verzeichnen waren. Im Vergleich zum Jahr 2010 war dies ein Rückgang von ca. 9 Prozent. Parallel dazu starteten mehr Jugendliche in eine duale Ausbildung.

Das Rekrutierungsverhalten von Unternehmen hängt, wie bereits im IW-Qualifizierungsmonitor aus dem Jahr 2011 dargestellt, nach wie vor von den angebotenen Ausbildungsberufen und deren Anforderungen an die Bewerber ab. Die Vorbildung der Bewerber hat demnach einen starken Einfluss auf den Zugang zu bestimmten Ausbildungsberufen.

Angesichts der zunehmend schwierigen Fachkräftesituation ist es für Unternehmen jedoch bereits heute wichtig, auch Bewerbergruppen, die bisher nicht für sie in Frage kamen, für die Ausbildung in Betracht zu ziehen. Aktuell stellen schon viele Betriebe leistungsschwächere Bewerber ein und bieten ihnen beispielsweise Nachhilfe oder Stützunterricht an.

Die Bundesregierung fördert verschiedene Projekte, um auf die veränderte Situation am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt aufmerksam zu machen. Konkrete Informationen darüber, welche Potenziale Jugendliche mit unterschiedlichen Schulabschlüssen für Unternehmen haben und wie sie bereits vor einer dualen Ausbildung in den betrieblichen Alltag integriert werden können, bietet beispielsweise das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Zum Angebot für Schulabgänger des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung

Ausbildungsplätze
IW-Nachricht, 2. November 2017

Regina Flake Ausbildungsplätze: Chancen nutzenArrow

Rein rechnerisch ist der Ausbildungsmarkt laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sehr ausgeglichen: 549.800 Berufsausbildungsstellen standen 547.800 Bewerber gegenüber. Dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, gleichzeitig finden junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Schulen und Unternehmen müssen handeln. mehr

Gutachten, 26. Oktober 2017

Paula Risius / Lydia Malin / Regina Flake Ausbildung oder Studium? Arrow

Unternehmen können immer mehr Ausbildungsstellen nicht besetzen. Dies birgt die Gefahr, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mittelfristig ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren, was gravierende Auswirkungen auf die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt hätte. mehr

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder StudiumArrow

Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. mehr