Hartnäckiges Vorurteil Image
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Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich so aus, als ob für immer mehr Menschen das Arbeitseinkommen nicht reicht, um über die Runden zu kommen. Die Zahl der Erwerbstätigen, die zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen Arbeitslosengeld II erhalten, ist im Jahr 2010 auf fast 1,4 Millionen gewachsen. Drei Jahre zuvor waren es noch 160.000 weniger. Die Zunahme liegt indes nicht daran, dass die Beschäftigten einen zu geringen Lohn erhalten und sie dementsprechend auf ergänzende Zahlungen vom Job-Center angewiesen sind. Vielmehr hat sich die Zahl derer erhöht, die sich zu ihrem ALG II in geringem Umfang etwas hinzuverdienen. Zwei Drittel der sogenannten Aufstocker sind lediglich teilzeitbeschäftigt, über ein Drittel macht sogar nur einen Mini-Job.

Auf der anderen Seite sind nur rund 311.000 Personen trotz einer Vollzeitbeschäftigung auf ergänzende Hilfe angewiesen, zum Beispiel weil sie einen großen Haushalt zu versorgen haben. Das entspricht gerade einmal 14,7 Promille der insgesamt Vollzeitbeschäftigten. Überdies heißt es immer wieder, die Zahl der Arbeitnehmer, die trotz Vollzeitjob nicht von ihrem Lohn leben könnten, nehme enorm zu. Das Gegenteil ist der Fall: Im Jahr 2007 gab es noch 351.000 vollzeitbeschäftigte Aufstocker, was 16,9 Promille der Beschäftigten entsprach.

Gastbeitrag, 17. August 2017

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Aktuell sieht es auf dem deutschen Arbeitsmarkt eigentlich gut aus. Doch nach wie vor sind rund eine Million Menschen langfristig Hartz-4-Empfänger, ähnlich hoch ist die Anzahl der Langzeitarbeitslosen. Auf der XING-Debattenplattform Klartext fordert IW-Ökonom Holger Schäfer Menschen nicht dauerhaft als chancenlos abzuschreiben. mehr

3. August 2017

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Mit Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien und Zypern steckten gleich sechs der 19 Euroländer jahrelang in einer tiefen Krise. Die ist zwar längst nicht ausgestanden, aber zumindest die Entwicklung auf den Arbeitsmärkten lässt hoffen – nur ein Land scheint nicht recht voranzukommen. mehr auf iwd.de

AfD-Wähler in NRW
IW-Kurzbericht, 1. August 2017

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Obwohl die Bedingungen für einen Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl am 13. Mai 2017 günstig waren, fiel das Ergebnis eher schlecht aus. Besonders gut schnitt die AfD in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen des Ruhrgebiets mit hoher Arbeitslosigkeit ab. Arbeitslose selbst jedoch stellen nur eine kleine Gruppe des AfD-Elektorats, das sich hauptsächlich aus Angestellten und Arbeitern zusammensetzt. mehr