Asylbewerber Image
Quelle: VadimGuzhva – Fotolia

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet in diesem Jahr mit 300.000 Asylanträgen – das wäre etwa die Hälfte mehr als 2014. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hat etwa jeder fünfte Asylbewerber einen Hochschulabschluss, etwa jeder dritte bringt einen Abschluss mit, der dem deutscher Facharbeiter entspricht. „Es gibt also viele potenzielle Arbeitskräfte, die sich Deutschland erschließen könnte“, sagt Hüther. „Dafür sind allerdings die Deutschkenntnisse der Asylbewerber entscheidend. Die Wahrscheinlichkeit, erwerbstätig zu sein, ist umso größer, je besser die Sprache beherrscht wird.“ Das zeigen beispielsweise Daten der Migrationsstichprobe des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf Grundlage des Sozio-oekonomischen Panels. Demnach erhöhen sich die Beschäftigungschancen derer, die „sehr gut“ Deutsch beherrschen, um 14,6 Prozentpunkte, aber auch mittelmäßige Sprachkenntnisse verbessern die Chancen noch um 6,2 Prozentpunkte gegenüber einer Person mit sehr schlechten Deutschkenntnissen.

Die Integrationsexperten des IW Köln verweisen allerdings darauf, dass Deutschkurse allein in der Asylpolitik nicht ausreichen. Es gelte, das Arbeitserlaubnisrecht trotz der jüngsten Verbesserungen konsequent weiterzuentwickeln. So sei es derzeit beispielsweise nicht möglich, nach einem negativen Asylverfahren auf Arbeitssuche zu gehen, ohne das Land zu verlassen und ein Visum zu beantragen. Der Vorschlag des IW Köln: Die Politik sollte prüfen, ob abgelehnten Antragstellern der Wechsel von der Asylmigration in die Erwerbsmigration grundsätzlich ermöglicht werden kann. Wünschenswert wäre es auch, dass die Personen während des laufenden Verfahrens parallel einen Aufenthaltstitel zur Erwerbstätigkeit beantragen können.

Wichtig sei es zudem, die teilweise noch minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge in den Blick zu nehmen. Ihre Zahl wird auf jährlich mindestens 4.000 Personen geschätzt. Bislang steht ihnen der Weg in die duale Ausbildung in der Regel nicht offen. Um dies zu ändern, wäre ein humanitärer Ausbildungsaufenthalt nach Einschätzung der Kölner Experten ein gangbarer Weg.

Ansprechpartner

"Wir sehen erste Erfolge bei der Integration in den Arbeitsmarkt"
Interview, 24. März 2017

Dirk Werner im Südkurier „Wir sehen erste Erfolge bei der Integration in den Arbeitsmarkt”Arrow

Zwei Drittel der Unternehmen, die in der Vergangenheit bereits Flüchtlinge beschäftigt haben, wollen das auch in diesem Jahr wieder tun. Von den Unternehmen, die bislang keine Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht haben, will sich immerhin jedes vierte der Zielgruppe Flüchtlinge öffnen, erklärt IW-Ökonom Dirk Werner im Interview mit dem Südkurier. mehr

23. März 2017

Doppelinterview „Der Papierkram ist für die Unternehmen eine Zumutung“Arrow

Mithilfe von 150 Willkommenslotsen unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium kleine und mittlere Unternehmen in allen praktischen Fragen der Flüchtlingsintegration. Birgit Barfuß ist eine dieser Lotsinnen. Auf ihren Job vorbereitet hat sie das KOFA-Team des IW Köln, zu dem Sarah Pierenkemper gehört. Im iwd-Interview berichten die beiden, welche organisatorischen und kulturellen Hürden bei der Vermittlung von Flüchtlingen zu überwinden sind. mehr auf iwd.de

21. März 2017

Jugendliche mit Behinderung Kein Handicap für die AusbildungArrow

Viele junge Leute mit Handicap absolvieren ihre Ausbildung in einem Berufsbildungswerk oder einer anderen geförderten Einrichtung. Dabei stehen viele Unternehmen einer betrieblichen Ausbildung von Menschen mit Behinderung durchaus offen gegenüber. Doch oft mangelt es schlicht an Kontakten. mehr auf iwd.de