Indem der Gesetzgeber den Herstellerrabatt für innovative Arzneimittel Mitte 2010 von 6 auf 16 Prozent erhöht und deren Preise gleichzeitig eingefroren hat, wollte er die steigenden Ausgaben in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bremsen. Denn für das Jahr 2011 rechnete das Bundesgesundheitsministerium ursprünglich mit bis zu 11 Milliarden Euro Miese in der GKV. Doch der hohe Beschäftigungsstand, gute Lohnabschlüsse, der zum Jahreswechsel 2010/2011 um 0,6 Punkte erhöhte Beitragssatz und der höhere Bundeszuschuss zur GKV verwandelten das prognostizierte Defizit in einen Überschuss.

Für 2012 sagen die Schätzer für den Gesundheitsfonds ein weiteres Plus von über 3 Milliarden Euro voraus. Und selbst nach Abschaffung der Praxisgebühr sorgt der hohe Beschäftigungsstand im nächsten Jahr wahrscheinlich für ein ausgeglichenes Ergebnis.

Jedes Jahr überprüft der Gesundheitsminister, ob der erhöhte gesetzliche Abschlag auf innovative Medikamente durch die gesamtwirtschaftliche Situation gerechtfertigt ist. 2013 läuft der erhöhte Rabatt ohnehin aus. Angesichts der stabilen Finanzsituation in der GKV sollte der Zwangsrabatt allerdings schon jetzt zumindest reduziert werden.

Ordnungspolitisches Statement

Forschungsstelle Pharmastandort Deutschland: Erhöhter Herstellerabschlag ohne ökonomische Grundlage

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Digitaler Wandel in der chemischen und pharmazeutischen Industrie
Gutachten, 24. Oktober 2017

Thomas Schleiermacher / Oliver Stettes Digitaler Wandel in der chemischen und pharmazeutischen IndustrieArrow

Die Digitalisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitswelt ist das Mega-Thema in Wissenschaft, Politik und Unternehmen. Dies belegen die zahlreiche Studien und Untersuchungen der vergangenen Jahre. Allerdings wird angesichts dieser Fülle deutlich, dass unter der Überschrift „Digitalisierung“ unterschiedliche Entwicklungen subsumiert werden. mehr

Pflege
IW-Nachricht, 21. September 2017

Jochen Pimpertz Pflege: Über Löhne entscheidet nicht die PolitikArrow

Die SPD will 30 Prozent höhere Löhne in der Pflege – damit soll ein Pflegenotstand verhindert werden. Doch über die Gehälter bestimmt nicht die Politik. Was am Ende wirklich bezahlt werden kann, entscheiden letztlich die Beitragszahler. mehr

Robuste Entwicklung trotz steigender Unsicherheit
IW-Kurzbericht, 20. September 2017

Jasmina Kirchhoff Industrielle Gesundheitswirtschaft: Robuste Entwicklung trotz steigender UnsicherheitArrow

Hohe wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten prägten das vergangene Jahr 2016. Die anhaltende globale Investitionszurückhaltung schwächte die Exportchancen deutscher Produkte auf dem Weltmarkt. Der Absatz deutscher industrieller Gesundheitsgüter blieb von dieser globalen Entwicklung zwar nicht verschont, zeigte sich aber robuster als die Warenausfuhren insgesamt.​ mehr