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Daraus, dass die relative Einkommensarmut binnen Jahresfrist nicht gesunken ist, einen Skandal zu machen, ist also nicht gerechtfertigt. Denn die relative Einkommensarmut ist als fester Prozentsatz des mittleren Einkommens definiert und wenn jenes mittlere Einkommen genauso zulegt wie jedes andere Einkommen, bleibt der Anteil der Gefährdeten gleich.

Dennoch sollte die Politik das jetzige Niveau der Armutsgefährdung nicht einfach hinnehmen, sondern systematisch überlegen, wie man es reduzieren kann. Ein Blick auf die besonders gefährdeten Gruppen zeigt, wo der Hebel anzusetzen wäre: Besonders häufig sind Alleinerziehende, Arbeitslose und Personen mit Migrationshintergrund von Armut bedroht. All diesen Gruppen ist ein erschwerter Zugang zum Arbeitsmarkt beziehungsweise zu einer Vollzeitstelle gemein.

Hilfreich wäre daher ein weiterer Ausbau der qualifizierten Ganztagsbetreuung ab dem Kleinkindalter, um Alleinerziehenden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern und um die Startchancengerechtigkeit für Kinder mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Schichten zu erhöhen.

Erfolgversprechend wäre es zudem, wenn die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse verbessert und die gezielte Nachschulung ausgebaut würde. Mit Blick auf die Beschäftigungs- und Aufstiegschancen von Un- und Angelernten sind zertifizierte Teilqualifikationen die erste Wahl. Sie ließen sich – in der Regel berufsbegleitend – bis zu kompletten Berufsabschlüssen bündeln.

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2. März 2017

Armut in Europa Armut ist nicht nur eine Frage des EinkommensArrow

Im Wahlkampfjahr 2017 scheint Gerechtigkeit das alles überstrahlende Thema zu sein – nicht nur in Deutschland. Doch wer Armut wirksam bekämpfen will, braucht zuerst einmal eine schlüssige Definition von Armut – sie ausschließlich am geringen Einkommen festzumachen, greift zu kurz. Besser sind multidimensionale Ansätze mit zusätzlichen Kriterien. mehr auf iwd.de

Gerechtigkeitsdebatte
IW-Pressemitteilung, 1. März 2017

Gerechtigkeitsdebatte Mit Bildung gegen ArmutArrow

Deutschland, Frankreich und die Niederlande stecken im Wahlkampf, dabei rückt das Thema Gerechtigkeit wieder in den Mittelpunkt. Viele Politiker fordern eine stärkere Umverteilung. Sinnvoller ist es jedoch, auf Bildung und Arbeit zu setzen, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr

Armut in Europa – eine multidimensionale Betrachtung
IW-Trends, 1. März 2017

Christoph Schröder Armut in EuropaArrow

Laut Definition der EU gilt als arm, wer aufgrund von Ressourcenmangel Entbehrungen im Lebensstandard hinnehmen muss. Alternativ dazu lässt sich Armut auch über einen Mangel an Verwirklichungschancen messen. Für den multidimensionalen Armutsindex werden weitere Dimensionen betrachtet. Insofern können Einschränkungen in Lebensverhältnissen besser dargestellt werden. mehr