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Ein flüchtiger Blick auf die Eurostat-Zahlen stützt tatsächlich die Vermutung, die Armut hätte hierzulande zugenommen. Danach waren 2008 rund 15,5 Prozent der Menschen einkommensarm – deutlich mehr als im Jahr 2005 (12,5 Prozent). Zwischenzeitlich ist jedoch die Statistik verändert worden. Im Jahr 2006 wurde der Grenzwert, ab welchem Betrag jemand als einkommensarm gilt, um 13,5 Prozent angehoben. Dies wäre gerechtfertigt gewesen, wenn die Bundesbürger tatsächlich viel mehr verdient hätten. Denn Einkommensarmut wird immer relativ gesehen. Wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens hat, ist per Definition arm. Wenn das Durchschnittseinkommen also steigt, dann steigt auch die Armutsgrenze. Einen derartigen Einkommensschub hat es aber nicht gegeben.

Auch nach Daten des Sozio-oekonomischen Panels ist die relative Einkommensarmut aktuell nicht weiter verbreitet als im Jahr 2005 – seit die Arbeitslosigkeit von ihrem Rekordniveau wieder deutlich zurückgeht ist der Trend steigender Einkommensarmut also offenbar gestoppt.

16. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Die sechs wichtigsten Fragen zur Steuerlast der BundesbürgerArrow

Eine gute Nachricht: Die Grundidee des deutschen Steuersystems funktioniert – wer viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr Steuern. Eine schlechte Nachricht: Den sogenannten Spitzensteuersatz zahlen auch Menschen, die zwar gut verdienen, aber alles andere als Spitzenverdiener sind. Ein kinderloser Single zum Beispiel muss bereits ab einem Jahresbruttoeinkommen von etwa 65.000 Euro den Einkommenssteuerhöchstsatz von 42 Prozent berappen. mehr auf iwd.de

Gastbeitrag, 11. Mai 2017

Susanna Kochskämper auf n.tv.de Der falsche Fokus bei der AltersarmutArrow

Wenn von Armut in Deutschland die Rede ist, geht es oft um Rentner. Dabei hat sich deren Lage in den vergangenen Jahrzehnten verbessert. Die wirklichen Problemgruppen sind ganz andere. Ein Gastbeitrag von Susanna Kochskämper, Wissenschaftlerin im Kompetenzfeld Soziale Sicherungssysteme des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. mehr