Armutsentwicklung Image
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Vielen Medien ist das eine Skandalmeldung wert. Dabei kann man die Nachricht auch ganz anders interpretieren: Trotz des größten Wirtschaftseinbruchs der Nachkriegsgeschichte ist die Armut sogar im Jahr 2009 keinesfalls drastisch gestiegen. Deshalb konnte man auch vom Erholungsjahr 2010 keinen deutlichen Rückgang des Armutsrisikos erwarten. Ein Blick zurück zeigt außerdem, dass es eine starke Abhängigkeit der Armutsrisikoquote von der Konjunktur früher ebenfalls nicht gegeben hat. So stieg die relative Einkommensarmut beispielsweise in den Aufschwungjahren 1998 bis 2000 nach einem Rückgang in den konjunkturschwächeren Vorjahren um insgesamt gut 1 Prozentpunkt an.

Trotzdem begünstigt Wachstum die Armutsbekämpfung. Denn wenn das Einkommen innerhalb einer Volkswirtschaft steigt, erhöht sich auch der Schwellenwert für die relative Einkommensarmut. Vieles spricht dafür, dass sich Menschen mit mehr Geld in der Tasche weniger arm fühlen – auch wenn sich ihre Einkommensposition im Vergleich zur übrigen Bevölkerung nicht verbessert hat.

„Politik muss Arbeit schaffen”
Interview, 26. April 2017

Christoph Schröder auf WDR 5 „Politik muss Arbeit schaffen”Arrow

Soziale Gerechtigkeit zielt in erster Linie darauf, Armut zu mildern und Chancen zu verbessern. Der Armutsforscher Christoph Schröder vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erklärt im WDR 5-Interview, was die Politik gegen Armut tun sollte. mehr

IW-Trends, 12. April 2017

Michael Grömling Entwicklung der makroökonomischen Einkommensverteilung in DeutschlandArrow

Zunehmende Ungleichheit wird für Wachstumsprobleme und eine politische Polarisierung in einer Reihe von fortgeschrittenen Volkswirtschaften verantwortlich gemacht. In einer Studie hat das IW Köln nun die funktionelle Einkommensverteilung in Deutschland untersucht. Damit soll die Frage, ob sich im makroökonomischen Produktionsprozess die Einkommensentstehung weg von den Arbeitseinkommen entwickelt hat, empirisch beantwortet werden. mehr

Lohnquote weitgehend stabil
IW-Pressemitteilung, 12. April 2017

Arbeits- und Kapitaleinkommen Lohnquote weitgehend stabilArrow

In der Debatte um ein Auseinanderdriften von Arm und Reich ist in letzter Zeit auch immer wieder eine These aufgekommen: Arbeitseinkommen würden im Vergleich zu Kapitaleinkommen zunehmend an Bedeutung verlieren. Eine Studie des IW Köln kommt zu einem anderen Ergebnis. Der Anteil am Gesamteinkommen, den Arbeitnehmer erwirtschaften, ist in Deutschland weitgehend stabil. mehr