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Diese werden aber so manchen Arbeitsplatz kosten – und die Chance, dass Langzeitarbeitslose einen neuen Job bekommen, sinkt. So gerät gerade die Gruppe, der man helfen will, endgültig in die Armutsfalle. Denn ohne Job – egal wie gut bezahlt – bleibt man arm. Bei Erwerbstätigen sinkt das Armutsrisiko dagegen drastisch.

Die ersten Meldungen über den neuen Armutsbericht vermitteln den Eindruck, dass sich in Deutschland die Armut weiter ausbreitet. Das ist nicht so: Denn der Anteil der Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 60 Prozent des Durchschnitts – sie gelten als arm – liegt wie im Jahr 2003 bei rund 13 Prozent. Außerdem ist der Armutsbegriff sehr großzügig definiert: Die Armutsgrenze liegt danach z.B. für eine Familie mit zwei Kindern bei knapp 1.700 Euro netto, einschließlich Kindergeld. Ein Alleinverdiener in Vollzeit müsste somit einen Bruttolohn von mindestens 10 Euro haben, um nicht als arm zu gelten. Die Einführung eines Mindestlohns von 7,50 Euro würde also keinen einzigen Familienvater aus der Statistik eliminieren.

Themen

Armutsgefährdung
IW-Nachricht, 8. November 2017

Christoph Schröder Armutsgefährdung: In Deutschland unterdurchschnittlichArrow

Nach den neusten Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat ist in Deutschland fast jeder Fünfte (19,7 Prozent) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Dieser scheinbar hohe Wert ergibt sich aber vor allem durch die sehr weit gefasste Definition. mehr

27. Oktober 2017

Kommentar von Judith Niehues „Etablierte Meinungen werden kaum hinterfragt“Arrow

„Die unteren Einkommensgruppen profitieren kaum von der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland“ – dieser viel zitierte Befund mag der Mehrheitsmeinung entsprechen und sie mehr und mehr stärken. Doch Plausibilitätschecks hält das alarmierende Szenario kaum stand, mahnt Judith Niehues, Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung im IW Köln. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Judith Niehues Einkommensentwicklung, Ungleichheit und ArmutArrow

Die Ungleichheits- und Armutsdebatte nimmt in der aktuellen medialen Berichterstattung viel Raum ein. Die Datensätze und Plausibilitätstests der Studien, über die berichtet wird, sollten jedoch kritisch hinterfragt werden. mehr