Im Jahr 2005 hatte die Arbeitslosigkeit in Deutschland ein Rekordniveau erreicht. Seither sinkt sie, womit auch der Anstieg der Einkommensarmut gestoppt ist. Der gewachsene Niedriglohnsektor mag zwar dazu beigetragen haben, dass sich die Verdienstungleichheit erhöht hat. Er hat aber vor allem Menschen aus der Arbeitslosigkeit herausgeführt und war somit ein Sprungbrett für die Teilhabe am Arbeitsmarkt. Und die ist bekanntermaßen ein wichtiges Element der sozialen Teilhabe und deshalb entsprechend wichtig für die Anti-Armutsstrategie.

Ein hoher Mindestlohn würde dagegen die Beschäftigung gefährden. Er wäre zudem als Anti-Armutsinstrument nicht effizient, weil nur jeder sechste Niedriglohnempfänger arm ist.