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Die Idee bei Armutsfragen nicht nur auf das Einkommen zu schauen, ist dabei grundsätzlich richtig. Nach der offiziellen Armutsdefinition der EU verfügen verarmte Personen „über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel …, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedstaat, in dem sie leben, als Minimum hinnehmbar ist“. Arm ist also wer aus Ressourcenknappheit nicht einen Minimalebenstandard erreicht. Ausgeschlossen sind laut Definition die Bürger, die wenig Geld verdienen, aber aufgrund eines hohen Vermögens gut leben können. Ebenfalls nicht arm nach EU-Definition sind Personen mit gutem Einkommen, denen aber beispielsweise aufgrund teurer Hobbies das Geld für die warme Mahlzeit fehlt. Nach dieser strengen Abgrenzung wären knapp 5 Prozent der EU-Bürger und gut 3 Prozent der Deutschen arm.

Auf hohe Gefährdungsraten kommt man dann, wenn allein ein Kriterium ausreicht, damit man in die Gruppe der „Bedrohten“ gerät, unabhängig davon, wie die anderen Kriterien aussehen. So ist auch der reiche Privatier, der aufgrund hohen Vermögens und eines guten Einkommens nur mehr ehrenamtlich tätig ist, von Armut bedroht. Seine tatsächliche Gefährdung dürfte aber weit geringer sein als die eines Alleinverdieners in einer Großfamilie, der um seinen Job fürchten muss, aber durch das Raster des EU-Indikators fiele.

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„Politik muss Arbeit schaffen”
Interview, 26. April 2017

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Soziale Gerechtigkeit zielt in erster Linie darauf, Armut zu mildern und Chancen zu verbessern. Der Armutsforscher Christoph Schröder vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erklärt im WDR 5-Interview, was die Politik gegen Armut tun sollte. mehr

Die EU nicht dem Handel mit den Briten opfern
Gastbeitrag, 19. April 2017

Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Die EU nicht dem Handel mit den Briten opfernArrow

Sosehr der Verlust der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schmerzt, ein Untergang der europäischen Idee ist mit dem Brexit ebenso wenig verbunden wie ein ökonomisches oder gar politisches Desaster für Deutschland. Ein Gastbeitrag von IW-Direktor Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. mehr

12. April 2017

Interview „Der Frexit wäre ein Drama für uns und für Europa“Arrow

Am 23. April wählen die Franzosen einen neuen Präsidenten. Loïc Armand, Vorsitzender von L'Oréal Frankreich und des Europa-Ausschusses im Arbeitgeberverband Mouvement des entreprises de France (MEDEF), spricht im iwd-Interview über die Chancen der rechtsextremen Marine Le Pen, darüber wie er den Frexit verhindern will und welche wirtschaftspolitischen Herausforderungen auf den neuen Präsidenten warten. mehr auf iwd.de