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Die Idee bei Armutsfragen nicht nur auf das Einkommen zu schauen, ist dabei grundsätzlich richtig. Nach der offiziellen Armutsdefinition der EU verfügen verarmte Personen „über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel …, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedstaat, in dem sie leben, als Minimum hinnehmbar ist“. Arm ist also wer aus Ressourcenknappheit nicht einen Minimalebenstandard erreicht. Ausgeschlossen sind laut Definition die Bürger, die wenig Geld verdienen, aber aufgrund eines hohen Vermögens gut leben können. Ebenfalls nicht arm nach EU-Definition sind Personen mit gutem Einkommen, denen aber beispielsweise aufgrund teurer Hobbies das Geld für die warme Mahlzeit fehlt. Nach dieser strengen Abgrenzung wären knapp 5 Prozent der EU-Bürger und gut 3 Prozent der Deutschen arm.

Auf hohe Gefährdungsraten kommt man dann, wenn allein ein Kriterium ausreicht, damit man in die Gruppe der „Bedrohten“ gerät, unabhängig davon, wie die anderen Kriterien aussehen. So ist auch der reiche Privatier, der aufgrund hohen Vermögens und eines guten Einkommens nur mehr ehrenamtlich tätig ist, von Armut bedroht. Seine tatsächliche Gefährdung dürfte aber weit geringer sein als die eines Alleinverdieners in einer Großfamilie, der um seinen Job fürchten muss, aber durch das Raster des EU-Indikators fiele.

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IW-Trends, 25. Juli 2017

Berthold Busch Produktions- und Lieferverflechtungen zwischen britischen Branchen, der EU und DeutschlandArrow

Geht es nach der britischen Regierung, wird das Vereinigte Königreich mit dem Austritt aus der Europäischen Union auch den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Das bedeutet, dass der Warenhandel zwischen beiden Wirtschaftsräumen künftig durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse, im schlimmsten Fall sogar durch Zölle behindert wird. Dies hat möglicherweise nicht nur Mehrkosten für den Endverbraucher zur Folge. mehr

Pressemitteilung, 25. Juli 2017

Berthold Busch Brexit gefährdet Lieferketten Arrow

Ein harter Brexit würde die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals stark treffen, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Vor allem die weit verzweigten Lieferketten deutscher Schlüsselindustrien könnten leiden. mehr

Türkeipolitik: Die Zollunion ist der entscheidendere Hebel
Interview, 25. Juli 2017

Michael Hüther im Deutschlandfunk Türkeipolitik: Die Zollunion ist der entscheidendere HebelArrow

Die EU droht der Türkei mit Wirtschaftssanktionen und „die Drohung wirkt”, sagte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Denn die türkische Wirtschaft sei stark angewiesen auf Importe aus der Europäischen Union. Doch Ankara habe auch noch Wege, einem möglichen Mittelentzug entgegenzuwirken. mehr