Arbeitszeiten Image
Quelle: Fotolia

Nun beklagen die Gewerkschaften, tatsächlich  wären die deutschen Wochenarbeitszeiten – einschließlich Überstunden - so lang wie kaum sonstwo in Europa. Das müsse sich ändern. Die Arbeitszeitdebatte kommt indes zur Unzeit, zumal die Daten den Stand des Jahres 2008 widerspiegeln. Heute wären Kurzarbeiter froh, wenn sie länger arbeiten dürften; und auch ehemaligen Überstündlern wäre es lieber, wenn sie wieder etwas mehr Geld in der Tasche hätten.

Dass im Übrigen die tatsächlichen Arbeitszeiten von den tariflichen abweichen, ist nicht neu. Auf dem Papier standen im dritten Quartal 2008 im Schnitt 37,6 Stunden Arbeit pro Woche, tatsächlich waren es 3,6 Stunden mehr. Durch die Wirtschaftskrise dürfte sich das Bild in diesem Jahr drastisch wandeln. Weniger Überstunden und mehr Kurzarbeit werden die tatsächlich geleistete Arbeitszeit drücken. Die IG Metall will dies zum Anlass nehmen, im Herbst eine neue Arbeitszeitdebatte anzustoßen. Weniger Auslastung bedeute, dass die Arbeit neu umverteilt werden müsse.

Angesichts des Mangels an Fachkräften, der sich - demografisch bedingt – in den nächsten Jahren verstärken wird, überrascht dieser Ansatz. Aufgrund der unterschiedlichen Qualifikationen und Anforderungen lässt sich Arbeit in vielen Fällen nicht einfach umverteilen. Wenn die Bänder langsamer laufen, können Bandarbeiter nicht mal eben in die Entwicklungsabteilung wechseln.

Außerdem ruht in Deutschland aufgrund der vielen Freizeit die Arbeit sowieso schon auf mehr Schultern: Denn nur in Schweden gibt es mehr Urlaubstage als hierzulande. Die Unternehmen müssen also mehr Personal vorhalten, damit genügend Reserven für die Urlaubsvertretung da sind.

Gastbeitrag, 8. August 2017

Arndt Günter Kirchhoff in der Rheinischen Post Moderne Arbeitszeit nicht mit BrechstangeArrow

Die Arbeitszeit muss bei aller Rücksicht auf Mitarbeiterinteressen auch dem Bedarf der Betriebe in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt genügen. Die Zeit bis zu den Tarifgesprächen Ende 2017 sollte intensiv für sozialpartnerschaftliche Verhandlungen genutzt werden, schreibt IW-Präsident Arndt Günter Kirchhoff in einem Gastbeitrag in der Rheinischen Post. mehr

Sind Führungspositionen mit einer reduzierten Arbeitszeit vereinbar?
IW-Kurzbericht, 30. Juni 2017

Jörg Schmidt Sind Führungspositionen mit einer reduzierten Arbeitszeit vereinbar?Arrow

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt auch in der Debatte um mehr Frauen in Führungspositionen eine zentrale Rolle. Allerdings zeigt eine Datenauswertung, dass für Leitungspositionen eine Vollzeittätigkeit überwiegend der Standard ist und daher offenbar höhere Anforderungen an die Arbeitszeit gestellt werden. mehr

7. Juni 2017

Kommentar von Ulrike Detmers „Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden“Arrow

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist zwar vorangekommen, aber noch lange nicht erreicht. Dieses Fazit zieht Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Im iwd-Kommentar benennt die BWL-Professorin fünf notwendige Prämissen, die Frauen den Weg ins Topmanagement ebnen. mehr auf iwd.de