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Quelle: Manuela Schwesig - Wikimedia

Teilzeitbeschäftigung und flexible Arbeitszeitmodelle sind in der Wirtschaft weit verbreitet, so das Ergebnis des Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2013, einer Unternehmensbefragung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Demnach kommen die Firmen in der Regel den Wünschen der Beschäftigten nach und reduzieren oder erweitern deren Arbeitszeiten. Ein knappes Drittel der Unternehmen kommt einem Wunsch, weniger zu arbeiten, sogar schnell nach; in der Hälfte der Betriebe dauert es dagegen eine Weile, weil erst noch der Arbeitsalltag anders organisiert werden muss.

Dennoch will Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) eine Reihe neuer Gesetze erlassen, um die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten. Neben der Verkürzung der Regelarbeitszeit für Eltern will die Ministerin Beschäftigen den Anspruch sichern, nach einer Phase in Teilzeit wieder auf eine Vollzeitstelle zurückzukehren. Außerdem soll die Elternzeit flexibilisiert werden. Derzeit können Mütter und Väter in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes die Arbeitszeit reduzieren und mit Zustimmung des Arbeitgebers 12 Monate davon auf die Zeit nach dem 3. Geburtstag verschieben. Künftig sollen die Eltern ohne Zustimmung des Arbeitgebers 24 Monate Elternzeit auf einen späteren Zeitraum übertragen dürfen.

All diese Regeln dürften das freiwillige Engagement der Betriebe zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zurückdrängen und zudem viele Unternehmen organisatorisch überfordern. Die Vorschriften erhöhen die Hürden, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Keinen Job zu haben, ist letztlich aber die familienunfreundlichste Variante.

Gutachten für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Oliver Stettes: Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2013

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28. März 2017

Arbeitszeiten Geld ist wichtiger als FlexibilitätArrow

Unternehmen sind bereits heute flexibel, wenn es um die Wünsche der Mitarbeiter zur Gestaltung der Arbeitszeit geht. Das zeigen neue Studien im Auftrag von Gesamtmetall. Dennoch ist es insbesondere nach Ansicht der Firmen Zeit für ein neues Arbeitszeitgesetz, das den heutigen Rahmenbedingungen in der Wirtschaft Rechnung trägt. mehr auf iwd.de

8. März 2017

Frauenquote Dieser Weg wird steinig und schwerArrow

Seit Januar 2016 müssen in Deutschland börsennotierte Unternehmen freie Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis ihr Anteil in diesem Gremium 30 Prozent ausmacht. Darüber hinaus gilt für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen – mit dem Ziel der Geschlechterparität. In den vergangenen beiden Jahren haben es zwar mehr Frauen in Aufsichtsräte, Vorstände und Leitungsstellen geschafft, aber bis hier ein Gleichgewicht erreicht ist, dürften noch einige Jahrzehnte vergehen. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 8. März 2017

Wido Geis Töchter arbeiten weniger im Haushalt mitArrow

Mädchen im Teenageralter verbringen heute weniger Zeit mit Hausarbeit als noch vor zehn Jahren. Lag der Anteil der 15- bis 17-Jährigen, die im Schnitt über 45 Minuten am Tag mithelfen, zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 68,2 Prozent, so sind es heute nur noch 45,7 Prozent. Damit haben die geschlechterspezifischen Rollenunterschiede der Kinder in der Familie deutlich abgenommen. mehr