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Arbeitsmarktpolitik Quelle: bluedesign – Fotolia

Während die Arbeitslosigkeit auf einen historisch niedrigen Stand gesunken ist, verläuft der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit schleppender. Zwar hat sich seit 2006 die Zahl der Hartz-IV-Empfänger, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, um rund 25 Prozent verringert, doch im gleichen Zeitraum sank die Arbeitslosigkeit insgesamt um über ein Drittel. Und: Noch ist eine knappe Million Hartz-IV-Empfänger langzeitarbeitslos, die durchschnittliche Arbeitslosigkeitsdauer beträgt 82 Wochen.

Die Kommunen führen dies unter anderem auf die sinkenden Mittel zurück, die der Bund für Eingliederungsmaßnahmen zur Verfügung stellt. Mit zusätzlichem Geld wollen Städte und Landkreise einen dritten Arbeitsmarkt etablieren, in dem Arbeitslose, die vermeintlich keine Beschäftigungschancen haben, geparkt werden sollen. In der Vergangenheit haben sich allerdings gerade solche Beschäftigung schaffenden Maßnahmen oft als teuer, aber wenig wirkungsvoll erwiesen.

Stattdessen braucht es vielmehr eine konsequente Aktivierung: Arbeitslose müssen ständig mit Angeboten konfrontiert werden und dort, wo sie Defizite haben, gezielt von den Job-Centern unterstützt werden. Das kostet gegebenenfalls auch Geld, doch das ist dann deutlich besser angelegt als für die geplante Wegsubventionierung der schwierigen Fälle.

Ansprechpartner

15. März 2017

Interview „Es wäre unfassbar schädlich“Arrow

Als Regierungschef formulierte Gerhard Schröder 2003 die Agenda 2010. Heute wollen die Sozialdemokraten Teile der Reform am liebsten rückgängig machen. IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer erklärt im iwd-Interview, warum damit keinem geholfen wäre. mehr auf iwd.de

14. März 2017

Arbeitsmarkt Die Agenda 2010 – ein Reformpaket im FokusArrow

Heute werden die Reformen, die die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab 2003 umsetzte, oft auf „Hartz IV“ reduziert – tatsächlich aber besteht die Agenda 2010 aus einem umfangreichen Reformpaket. Neben den Neuerungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Rentenversicherung – von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet – gab es noch zahlreiche Reformen in der Gesundheits- und der Finanzpolitik. mehr auf iwd.de

Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf mdr.de „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr