Die Frühjahrsbelebung, die üblicherweise dafür sorgt, dass in den Monaten März bis Juni die Arbeitslosigkeit deutlich sinkt, ist in diesem Jahr mit einem Rückgang um rund 300.000 nicht wesentlich stärker ausgefallen als in den beiden Vorjahren. Damit ist die Arbeitslosigkeit zwar weiterhin stabil auf einem historisch niedrigen Niveau. Aber der kräftige Abbau der Arbeitslosigkeit, der noch in den Jahren 2010 und 2011 zu beobachten war, konnte nicht wieder erreicht werden. Seinerzeit reduzierte sich die Arbeitslosigkeit im den Frühjahrsmonaten um über 400.000. Im Juli und August wird – bedingt durch die Sommerpause – die Arbeitslosigkeit voraussichtlich wieder zunehmen, bevor im September die Herbstbelebung einsetzt.

Arbeitslosigkeit

Arbeitslose in Millionen

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Dagegen nimmt die Zahl der Erwerbstätigen weiterhin kräftig zu. Saisonbereinigt liegt die Erwerbstätigkeit bereits um mehr als 300.000 über dem Vorjahrsdurchschnitt. Als besonders dynamisch erweist sich nach wie vor die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die deutlich schneller wächst als die Erwerbstätigkeit insgesamt – was umgekehrt bedeutet, dass nicht-sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsformen wie Beamte, Minijobs oder Selbstständigkeit an Bedeutung verlieren.

Da auch die Zahl der offenen Stellen auf einem hohen Niveau verharrt, deutet die Diskrepanz zwischen Arbeitslosigkeits- und Erwerbstätigenentwicklung auf einen Mismatch hin: Viele Arbeitslose passen nicht zu den Möglichkeiten, die der Arbeitsmarkt ihnen bietet.

Beschäftigung

Erwerbstätige in Millionen

Quelle: Statistisches Bundesamt

Ansprechpartner

15. März 2017

Interview „Es wäre unfassbar schädlich“Arrow

Als Regierungschef formulierte Gerhard Schröder 2003 die Agenda 2010. Heute wollen die Sozialdemokraten Teile der Reform am liebsten rückgängig machen. IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer erklärt im iwd-Interview, warum damit keinem geholfen wäre. mehr auf iwd.de

14. März 2017

Arbeitsmarkt Die Agenda 2010 – ein Reformpaket im FokusArrow

Heute werden die Reformen, die die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab 2003 umsetzte, oft auf „Hartz IV“ reduziert – tatsächlich aber besteht die Agenda 2010 aus einem umfangreichen Reformpaket. Neben den Neuerungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Rentenversicherung – von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet – gab es noch zahlreiche Reformen in der Gesundheits- und der Finanzpolitik. mehr auf iwd.de

Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf mdr.de „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr