Arbeitsmarkt im August Zweigleisig über die 30-Millionen-Grenze Image
Quelle: CARTAGENA - Fotolia

Der geringfügige Anstieg der Zahl der Arbeitslosen im August ist fast ausschließlich saisonbedingt: Aufgrund der Sommerpause werden viele Aktivitäten vorübergehend zurückgefahren. Saisonbereinigt bewegt sich die Arbeitslosigkeit indes kaum vom Fleck. Seit Anfang des Jahres ist sie gerade einmal um knapp 30.000 gesunken. Alles deutet darauf hin, dass auch im Jahresdurchschnitt nur ein geringer Abbau möglich ist. Einerseits passen Arbeitslose und offene Stellen vielfach nicht zueinander, andererseits drängen zusätzliche Arbeitskräfte aus der Stillen Reserve und Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt.

Arbeitslosigkeit

Arbeitslose in Millionen

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Die Zahl der Erwerbstätigen ist dagegen weiterhin kräftig auf Expansionskurs. Saisonbereinigt gab es auch im Juli einen Zuwachs. In den ersten 7 Monaten dieses Jahres sind bereits 260.000 neue Jobs entstanden. Ganz besonders profitiert die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Diese lag im Juni um fast 550.000 höher als im Vorjahr. Die Revision der Daten aus den Vormonaten zeigt, dass bereits im April die Marke von 30 Millionen überschritten wurde. Damit sind die Beschäftigungsverluste aus der sogenannten Transformationskrise in den 1990er Jahren und den nachfolgenden diversen Arbeitsmarktkrisen vollständig wettgemacht.

Beschäftigung

Erwerbstätige in Millionen

Quelle: Statistisches Bundesamt

Ansprechpartner

15. März 2017

Interview „Es wäre unfassbar schädlich“Arrow

Als Regierungschef formulierte Gerhard Schröder 2003 die Agenda 2010. Heute wollen die Sozialdemokraten Teile der Reform am liebsten rückgängig machen. IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer erklärt im iwd-Interview, warum damit keinem geholfen wäre. mehr auf iwd.de

14. März 2017

Arbeitsmarkt Die Agenda 2010 – ein Reformpaket im FokusArrow

Heute werden die Reformen, die die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab 2003 umsetzte, oft auf „Hartz IV“ reduziert – tatsächlich aber besteht die Agenda 2010 aus einem umfangreichen Reformpaket. Neben den Neuerungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Rentenversicherung – von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet – gab es noch zahlreiche Reformen in der Gesundheits- und der Finanzpolitik. mehr auf iwd.de

Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf mdr.de „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr