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Die Forderung des DGB übersieht jedoch, dass es sich nicht zuletzt um das Resultat eines arbeitsmarktpolitischen Erfolges handelt. Denn in den vergangenen Jahren ist es zunehmend gelungen, Arbeitslosengeld-II-Empfänger in Jobs zu bringen. Oft handelte es sich um Personen mit geringen Qualifikationen, die eine einfache Arbeit aufnahmen. Solche Beschäftigungsverhältnisse sind aber auch häufig weniger stabil oder von vorneherein zeitlich begrenzt – etwa Aushilfstätigkeiten in der Gastronomie im Sommer oder beim Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel. Mitunter dauert die Beschäftigung nicht die 12 Monate, die erforderlich sind, um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu begründen.

Um den Betreffenden zu helfen, wäre es erforderlich, sie in stabile Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln – etwa durch Qualifizierung. Der vom DGB vorgeschlagene erleichterte Anspruch auf Arbeitslosengeld trägt nichts zur Lösung des Problems bei. Im Gegenteil, es entsteht ein Anreiz, kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse mit anschließendem Arbeitslosengeldbezug zu kombinieren.

Das ist für die Betroffenen kein schlechtes Geschäft: Wer mit 2.000 Euro Bruttomonatseinkommen – wie vom DGB vorgeschlagen – 6 Monate beitragspflichtig arbeitet und anschließend 3 Monate Arbeitslosengeld bezieht, der hat 360 Euro Beiträge gezahlt, aber über 2.400 Euro Leistungen bezogen.

Ansprechpartner

7. April 2017

Arbeitsmarkt Die Reform des Arbeitslosengelds hat sich bewährtArrow

SPD-Politiker plädieren dafür, das Arbeitslosengeld I unter bestimmten Voraussetzungen länger als bisher zu gewähren. Dabei hat die Kürzung der maximalen Bezugsdauer im Zuge der Hartz-Reformen dazu beigetragen, die Beschäftigungssituation Älterer zu verbessern. Die Argumente für die restriktivere Regelung gelten nach wie vor. mehr auf iwd.de

Schulz setzt auf Emotionen statt Fakten
Gastbeitrag, 5. April 2017

Michael Hüther auf Tagesspiegel Causa Schulz setzt auf Emotionen statt Fakten Arrow

Kanzlerkandidat Schulz will die Fehler der Agenda 2010 korrigieren. Die Legitimation hierfür zieht er aus einem Einzelschicksal und nicht aus handfesten Beweisen. Mit solchen Vorgehen verlässt Politik trittsicher den Boden der Fakten, schreibt Michael Hüther in einem Debattenbeitrag auf causa.tagesspiegel.de. mehr

Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf MDR Online „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr