Altersvorsorge Image
Quelle: sauletas – Fotolia

Das jährlich erhobene Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands wird in diesem Jahr unter anderem mit der Botschaft zitiert, dass viele junge Menschen auf (ergänzende) Altersvorsorge verzichten. In der Altersgruppe der unter 30-Jährigen hat demnach etwa die Hälfte der 2.000 Befragten angegeben, noch keine Maßnahmen zur Alterssicherung ergriffen zu haben. IW-Auswertungen des Sozio-oekonomischen Panels bestätigen diesen Befund zwar. Sie zeigen aber auch, dass ab Mitte 30 der Vermögensaufbau deutlich an Fahrt aufnimmt. Dies gilt nahezu quer Beet durch alle Erwerbsgruppen – abgesehen von ungelernten Arbeitern und Angestellten.

Das Umfrageergebnis überrascht also nicht wirklich und taugt schon gar nicht als Indiz für ein mangelndes Problembewusstsein. Denn die Jüngeren haben meist schlichtweg andere Prioritäten wie die Aus- und Weiterbildung oder die Gründung eines eigenen Hausstands. Erst wenn die selbständige Lebensführung etabliert ist, gewinnt die Frage nach der dauerhaften Sicherung des Lebensstandards zunehmend an Relevanz. Diese Lesart legen übrigens auch die Ergebnisse des Vermögensbarometers nahe, denn gerade unter den jungen Menschen glaubt demnach kaum jemand daran, dass die gesetzliche Rente im Alter ausreicht.

Die Politik sollte jedenfalls nicht den Forderungen nach zusätzlicher Sparförderung nachkommen. Denn das kostet nicht nur, vielfach helfen die Maßnahmen auch nicht denen, die dringend Hilfe bedürfen.

Ansprechpartner

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

14. März 2017

Sozialpolitik Agenda 2010 – die Reformen in der gesetzlichen RentenversicherungArrow

Die Agenda 2010 verbinden heute viele Menschen hauptsächlich mit „Hartz IV“. Dabei hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab dem Jahr 2003 nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Reformen angestoßen. Auch in der Rentenversicherung gab es zahlreiche Neuerungen, von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet hat. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 14. März 2017

Jochen Pimpertz Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine HeuristikArrow

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Das kommt auch in den unterschiedlichen Argumenten zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausdruck, die die Vertreter der verschiedenen Parteien und Interessengruppen derzeit in den Medien vortragen. Jochen Pimpertz hat drei aktuelle Fragen zur schwarz-roten Rentenpolitik aufgegriffen. mehr