Altersvorsorge Image
Quelle: sauletas – Fotolia

Das jährlich erhobene Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands wird in diesem Jahr unter anderem mit der Botschaft zitiert, dass viele junge Menschen auf (ergänzende) Altersvorsorge verzichten. In der Altersgruppe der unter 30-Jährigen hat demnach etwa die Hälfte der 2.000 Befragten angegeben, noch keine Maßnahmen zur Alterssicherung ergriffen zu haben. IW-Auswertungen des Sozio-oekonomischen Panels bestätigen diesen Befund zwar. Sie zeigen aber auch, dass ab Mitte 30 der Vermögensaufbau deutlich an Fahrt aufnimmt. Dies gilt nahezu quer Beet durch alle Erwerbsgruppen – abgesehen von ungelernten Arbeitern und Angestellten.

Das Umfrageergebnis überrascht also nicht wirklich und taugt schon gar nicht als Indiz für ein mangelndes Problembewusstsein. Denn die Jüngeren haben meist schlichtweg andere Prioritäten wie die Aus- und Weiterbildung oder die Gründung eines eigenen Hausstands. Erst wenn die selbständige Lebensführung etabliert ist, gewinnt die Frage nach der dauerhaften Sicherung des Lebensstandards zunehmend an Relevanz. Diese Lesart legen übrigens auch die Ergebnisse des Vermögensbarometers nahe, denn gerade unter den jungen Menschen glaubt demnach kaum jemand daran, dass die gesetzliche Rente im Alter ausreicht.

Die Politik sollte jedenfalls nicht den Forderungen nach zusätzlicher Sparförderung nachkommen. Denn das kostet nicht nur, vielfach helfen die Maßnahmen auch nicht denen, die dringend Hilfe bedürfen.

Ansprechpartner

IW-Report
IW-Report, 26. Juni 2017

Judith Niehues Armuts- und ReichtumsberichterstattungArrow

Stellungnahme unter anderem zum fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung in der öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags. mehr

SPD-Rentenkonzept
IW-Nachricht, 7. Juni 2017

Jochen Pimpertz SPD-Rentenkonzept: Versprechen zulasten der JungenArrow

Mit einem stabilen Rentenniveau und einer Solidarrente will die SPD die Zustimmung zur Gesetzlichen Rentenversicherung sichern. Kanzlerkandidat Martin Schulz will das mit einem höheren Steuerzuschuss und durch die steigende Produktivität in der digitalen Arbeitswelt finanzieren. Doch am Ende müssen wohl vor allem die jüngeren Erwerbstätigen die Zeche zahlen. mehr

Vom höheren Rentenniveau profitieren vor allem die Reichen
Gastbeitrag, 2. Juni 2017

Jochen Pimpertz auf Focus Online „Vom höheren Rentenniveau profitieren vor allem die Reichen”Arrow

Die Politik hat den Wählern einige Vorschläge gemacht, wie das Rentenniveau über das Jahr 2030 hinaus gehalten werden soll. Doch dabei werden die Folgen oft völlig vergessen. Denn gut gemeint heißt nicht gut gemacht. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Jochen Pimpertz auf Focus Online. mehr