Auf den ersten Blick sind Paare, wenn nur einer verdient, in punkto Abgabenbelastung die Gewinner des deutschen Sozialstaats. Denn es fallen nur einmal Sozialbeiträge und Steuern an, aber beide sind kranken- und pflegeversichert, und bei der Rente gibt es eine Hinterbliebenenversorgung. Dadurch setzt das Sozialsystem auf der Beitragsseite Anreize für eine Alleinverdienerehe. So betragen die Steuern für einen Alleinverdiener mit Durchschnittseinkommen und zwei Kindern in Relation zu den Arbeitskosten nur noch 10,3 Prozent. Rechnet man das Kindergeld ab, sind es nur 3,2 Prozent. Verdient der Partner auch nur geringfügig hinzu, steigt die Belastung sofort auf 13,3 bzw. 8,1 Prozent. Die Leistungsseite wird bei einer solchen Betrachtung jedoch ausgeblendet. Denn zwei Beitragszahler erhalten am Ende auch zwei Renten – die Alleinverdienerehe muss mit einer auskommen. Gleiches gilt für das Arbeitslosengeld.

Auch die deutschen Beitragsbemessungsgrenzen wurden von der OECD angeschossen. Denn sie führen nach Lesart der Pariser Wirtschaftsforscher dazu, dass bei höheren Gehältern der Anteil der Abgaben am Einkommen wieder sinkt. Übersehen wird bei dieser Argumentation wiederum die Leistungsseite. Denn mit den Beitragsbemessungsgrenzen werden auch die sozialen Leistungen nach oben gedeckelt. So beträgt die Beitragsbemessungsgrenze der Arbeitslosen- und Rentenversicherung 2009 exakt 64.800 Euro. Jemand, der darüber hinaus verdient, zahlt deshalb nur bis zu diesem Betrag Beiträge und erhält auch nur für diesen Betrag Unterstützung, wenn er arbeitslos wird oder in Rente geht. Wer eine volle Beitragspflicht will, muss auch auf den vollen Betrag Transfers gewähren – ein Nullsummenspiel.

Gesprächspartner im IWRalph Brügelmann, Telefon 030 27877-102

IW-Report, 15. August 2017

Susanna Kochskämper Auswirkung einer längeren Lebensarbeitszeit auf die RentenversicherungArrow

Muss eine zunehmende Zahl von Rentnern von tendenziell weniger Beschäftigten finanziert werden, steigt die durchschnittliche Belastung für den einzelnen Arbeitnehmer. Der IW-Report zeigt, wie sich eine höhere Regelaltersgrenze auf die Finanzierung der Rentenversicherung auswirken kann. mehr

Gastbeitrag, 11. August 2017

Michael Hüther im Handelsblatt Problem AlterArrow

Die kommende Legislaturperiode wird die letzte sein, in der Deutschland in demografischer Hinsicht gut dasteht. Denn die Generation der Babyboomer ist dann überwiegend noch erwerbstätig. Danach werden die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach in Rente gehen. In einem Gastkommentar im Handelsblatt fordert IW-Direktor Michael Hüther die generelle Erhöhung des Renteneintrittsalters. mehr

A new chance for private pension saving?
IW-Kurzbericht, 7. August 2017

Markus Demary / Susanna Kochskämper A new chance for private pension saving? Arrow

The European Commission aims at strengthening the cross-border provision of pension products by the introduction of Pan-European Personal Pensions (PEPP) as a new regime on top of existing national frameworks. However, a pre-requisite for the success of PEPP will be the support of the national legislators for this framework. mehr