Das Krisenmanagement der amerikanischen Zentralbank Image
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Tatsächlich hat das Finanzsystem gestottert, doch das beherzte Eingreifen der amerikanischen Zentralbank hat einen noch größeren Schaden verhindert. Durch die Anschläge wurde die Infrastruktur des Zahlungssystems der USA in Mitleidenschaft gezogen, so dass der Zahlungskreislauf zu stocken drohte. Etliche Finanzinstitutionen erhielten weniger Zahlungen als erwartet, so dass ihnen eine Illiquidität drohte, die wiederum bei deren Geschäftspartner Probleme provoziert hätte. Die Zentralbank unterstützte die Finanzinstitutionen durch großzügige Liquiditätsversorgung und konnte dadurch ihre Rolle als Krisenmanager erfolgreich einnehmen. Das menschliche Leid wurde so nicht gelindert, aber ein Ziel von Al-Qaeda – das Finanzsystem substanziell zu lähmen – konnte vereitelt werden.

EZB: Geldpolitik braucht klare Grenzen
IW-Nachricht, 15. August 2017

Markus Demary EZB: Geldpolitik braucht klare GrenzenArrow

Zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht heute Zweifel an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geäußert und den Europäischen Gerichtshof erneut um Prüfung gebeten. Diesmal geht es um das Public Sector Purchase Program (PSPP), in dessen Rahmen die EZB bereits Anleihen im Wert von 1,6 Billionen Euro erworben hat. Die Grenzen der Wertpapierkäufe müssen dringend konkretisiert werden. mehr

Türkeipolitik: Die Zollunion ist der entscheidendere Hebel
Interview, 25. Juli 2017

Michael Hüther im Deutschlandfunk Türkeipolitik: Die Zollunion ist der entscheidendere HebelArrow

Die EU droht der Türkei mit Wirtschaftssanktionen und „die Drohung wirkt”, sagte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Denn die türkische Wirtschaft sei stark angewiesen auf Importe aus der Europäischen Union. Doch Ankara habe auch noch Wege, einem möglichen Mittelentzug entgegenzuwirken. mehr