Dickes Plus für die Kämmerer Image
Quelle: Fotolia

Und die Zusatzeinnahmen sind nur ein kleiner Anfang: Ein noch größeres Steuerplus erwarten die Schätzer für 2011 und 2012 – hier können in die Haushaltsplanungen zusätzlich 22,5 Milliarden Euro bzw. 23,3 Milliarden Euro als Einnahme eingestellt werden. Damit ergibt sich über einen dreijährigen Zeitraum gerechnet ein stolzes Gesamtplus von insgesamt 61,2 Milliarden Euro.

Geld macht bekanntlich sinnlich. Jetzt wird mithin darüber diskutiert, was man mit den zusätzlichen Einnahmen machen soll - die Steuern senken, die Schulden abbauen oder überhaupt mehr ausgeben? Dabei haben die Gemeinden, der Bund und die Länder unterschiedliche Interessen weil Ausgangsbedingungen. Anders als der Bund und die Länder werden die Kommunen im Jahr 2012 mit einem Aufkommen von 77,1 Milliarden Euro sogar die Rekordsteuereinnahmen des Jahres 2008 überschreiten.

Beim Bund und bei den Ländern fällt das Plus im Jahr 2011 mit 0,7 bzw. 1,5 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr dagegen vergleichsweise mager aus. Das mag auch der Grund dafür sein, dass die Bundeskanzlerin postwendend allen Steuersenkungsplänen eine Absage erteilt hat. Sicher ist es sinnvoll, in diesem und im kommenden Jahr die Neuverschuldung in den Etats zu verringern und auch am Konsolidierungskurs festzuhalten. Sollte sich jedoch der für das Jahr 2012 prognostizierte Steuerzuwachs von 4,8 Prozent gegenüber 2011 tatsächlich bestätigen, muss neben der Steuervereinfachung auch das Thema Steuersenkung eine realistische Chance bekommen.

Steuerquote - Bund und Länder liegen gleichauf
IW-Kurzbericht, 22. Mai 2017

Tobias Hentze Steuerquote: Bund und Länder liegen gleichaufArrow

Der Staat beansprucht einen stetig wachsenden Anteil der Wirtschaftskraft für sich. Während der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt nach der Kassenstatistik im Jahr 2016 bei 22,5 Prozent lag, waren es 2004 noch 3 Prozentpunkte weniger. Dabei steigt vor allem die Steuerquote der Bundesländer. mehr

Gutachten
Gutachten, 18. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Ein Tilgungsplan für Deutschlands Staatsschulden zur Begrenzung der ZinslastArrow

Der Tilgungsplan kann dafür sorgen, drohende Haushaltsbelastungen einer Zinswende zu kompensieren. Bei einem moderaten Anstieg des auf die Staatsschulden fälligen Durchschnittszinses um 1 Prozentpunkt über zehn Jahre müsste der Staat anfangs 22,5 Milliarden Euro pro Jahr tilgen, um die Zinsausgabenquote, also das Verhältnis von Zinsausgaben zur Wirtschaftskraft, konstant zu halten. mehr

16. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Die sechs wichtigsten Fragen zur Steuerlast der BundesbürgerArrow

Eine gute Nachricht: Die Grundidee des deutschen Steuersystems funktioniert – wer viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr Steuern. Eine schlechte Nachricht: Den sogenannten Spitzensteuersatz zahlen auch Menschen, die zwar gut verdienen, aber alles andere als Spitzenverdiener sind. Ein kinderloser Single zum Beispiel muss bereits ab einem Jahresbruttoeinkommen von etwa 65.000 Euro den Einkommenssteuerhöchstsatz von 42 Prozent berappen. mehr auf iwd.de