50 Jahre Elysée-Vertrag Image
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Die historische Einigung zwischen Deutschland und Frankreich, die am 22. Januar 1963 im Elysée-Palast unterzeichnet wurde, ist der Nukleus der Europäischen Union. Auch in der Euro-Schuldenkrise geht ohne einen deutsch-französischen Konsens nichts. Die aktuellen Meinungsverschiedenheiten zum Thema Krisenlösung sind deshalb ein wichtiger Grund für die zögerlichen Reformfortschritte in der Währungsunion.

Hinzu kommen persönliche und charakterliche Facetten: Frau Merkel und Herr Sarkozy waren zwar politisch nicht so weit voneinander entfernt, doch es brauchte einige Zeit, bis sich die unterschiedlichen Temperamente konstruktiv aufeinander einlassen konnten. Mit dem aktuellen Premierminister Hollande verbindet die Bundeskanzlerin hingegen persönlich mehr, die politischen Ansichten sind indes öfter weit voneinander entfernt.

Die politische Reaktion auf die Euro-Schuldenkrise stockt allerdings wohl noch aus anderem Grund: Das deutsch-französische Tandem fuhr in der Vergangenheit mit Paris im Führungssattel. Deutschland hielt sich aufgrund seiner Vergangenheit zurück und agierte eher in den stillen Hinterzimmern der Diplomatie.

Das hat sich geändert: Erstens ist Deutschland mittlerweile nach den Reformen der vergangenen Dekade wirtschaftlich deutlich stärker als Frankreich. Zweitens ist die Bundesrepublik der größte Geldgeber des europäischen Rettungsfonds, ohne den nichts geht. Daraus erwächst eine neue Verantwortung Deutschlands für Europa und die Eurozone. Auf ihrem Tandem haben Berlin und Paris also die Plätze getauscht. Daran müssen sich die beiden Nationen – und die übrigen Europäer – freilich noch gewöhnen.

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Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

Brexit
IW-Nachricht, 19. Juni 2017

Jürgen Matthes Brexit: Missverständnisse vermeidenArrow

Fast ein Jahr nach dem Referendum beginnen heute die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Die Lage scheint vertrackt, doch in der öffentlichen Debatte wird die bisherige Position der britischen Regierung häufig missverstanden – und damit auch die Chancen für konstruktive Verhandlungen übersehen. mehr