50 Jahre Elysée-Vertrag Image
Quelle: Fotolia

Die historische Einigung zwischen Deutschland und Frankreich, die am 22. Januar 1963 im Elysée-Palast unterzeichnet wurde, ist der Nukleus der Europäischen Union. Auch in der Euro-Schuldenkrise geht ohne einen deutsch-französischen Konsens nichts. Die aktuellen Meinungsverschiedenheiten zum Thema Krisenlösung sind deshalb ein wichtiger Grund für die zögerlichen Reformfortschritte in der Währungsunion.

Hinzu kommen persönliche und charakterliche Facetten: Frau Merkel und Herr Sarkozy waren zwar politisch nicht so weit voneinander entfernt, doch es brauchte einige Zeit, bis sich die unterschiedlichen Temperamente konstruktiv aufeinander einlassen konnten. Mit dem aktuellen Premierminister Hollande verbindet die Bundeskanzlerin hingegen persönlich mehr, die politischen Ansichten sind indes öfter weit voneinander entfernt.

Die politische Reaktion auf die Euro-Schuldenkrise stockt allerdings wohl noch aus anderem Grund: Das deutsch-französische Tandem fuhr in der Vergangenheit mit Paris im Führungssattel. Deutschland hielt sich aufgrund seiner Vergangenheit zurück und agierte eher in den stillen Hinterzimmern der Diplomatie.

Das hat sich geändert: Erstens ist Deutschland mittlerweile nach den Reformen der vergangenen Dekade wirtschaftlich deutlich stärker als Frankreich. Zweitens ist die Bundesrepublik der größte Geldgeber des europäischen Rettungsfonds, ohne den nichts geht. Daraus erwächst eine neue Verantwortung Deutschlands für Europa und die Eurozone. Auf ihrem Tandem haben Berlin und Paris also die Plätze getauscht. Daran müssen sich die beiden Nationen – und die übrigen Europäer – freilich noch gewöhnen.

Ansprechpartner

Der Handel ist nur ein Aspekt
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Michael Hüther im Creditreform Magazin Der Handel ist nur ein AspektArrow

Sollte die EU in den Brexit-Verhandlungen eine eher harte Linie verfolgen oder dem austretenden Mitglied weiterhin komfortable Bedingungen einräumen, etwa den Zugang zum Binnenmarkt ohne Freizügigkeit? Manche Ökonomen plädieren für Letzteres, da gerade Deutschland vom Handel mit den Briten profitiert. Doch beim Brexit geht es um viel mehr als einen großen Exportmarkt. mehr

Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kann
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kannArrow

Emmanuel Macron hat die Chance, mit Reformen für Wachstum in Frankreich zu sorgen und der EU neuen Schwung zu verleihen. Ein Gastbeitrag der IW-Ökonomen Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt. mehr

Frankreich vor der Stichwahl
IW-Kurzbericht, 5. Mai 2017

Galina Kolev / Berthold Busch Frankreich vor der StichwahlArrow

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Weil bei den Wah­len zum französischen Staatspräsidenten am 
23. April kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hat, müssen die Franzosen am 7. Mai zwischen zwei Kandidaten entscheiden. Die Franzosen haben jetzt die Möglichkeit, einen Präsidenten zu wählen, der der französischen Wirtschaft neue Impulse geben kann. mehr